Das wird ihr den Rest geben!


Es kann doch nicht sein, dass man ein Problem dadurch löst, indem man das Gesetz ändert. So eine Vorgehensweise kennt man nur aus Bananenrepubliken. Sind wir inzwischen auch eine?

Es mag ja sein, das  hier und da unterschiedliche Messwerte gefunden werden, aber die große Zahl der Überschreitungen eines gesetzlich festgelegten Wertes steht doch außer Zweifel. Oder wollen wir jetzt auch noch die angewandten Naturwissenschaften infrage stellen? Die Anzahl der medizinisch nachweisbaren Todesfälle durch schädliches Abgase steht doch dagegen, dass falsch gemessen wird.

Hier wird auf ganz plumpe Weise Wahlkampf gemacht. Getreu nach dem Motto: „Was schert mich mein Gerede vor der Wahl!“ Man setzt vermutlich auf die indifferenten Typen, die sich für Politik nicht wesentlich interessieren. Bei denen kommt so eine simple Denke zu einem Problem an. Ist ja doch nur für die dumme Masse bestimmt. Da kommt vielleicht noch was an Stimmen. Und stets bleibt ja was hängen. Und darauf kommt es uns an. Was solls?

Toll! Hoffentlich gibt es noch Wähler, die ihr eigenes Urteil finden. Sich vielleicht jetzt gerade abwenden von dieser ach so seriösen Volkspartei, die ja eigentlich über Jahrzehnte immer nur für eine bestimmte Klientel Politik machte. Die andere Volkspartei wurde und wird immer noch ausgebremst, wenn es um Verlust von Privilegien und Zugeständnisse im Sozialen geht.

Wenn es darum geht, der doofen Masse nicht zuviel Einkommen zu gewähren. Denn was machen die denn erfahrungsgemäß damit? Jedenfalls nichts als konsumieren, Bier trinken und Autos auf Kredit kaufen. Jedenfalls nicht das, was wir von ihnen erwarten. Und die wissen ja nicht, wie das mit der Wirtschaft und dem Markt läuft. Gut, dass wir das Heft fest in der Hand behalten. Darum geht es doch, dass unser System stabil bleibt, koste es, was es wolle. Und was schert uns die Moral. Gut ist, was Arbeit schafft. Und nur durch Arbeit haben die da unten auch mehr Geld. Aber bitte nicht zuviel, denn die können damit nicht umgehen. Das behalten wir lieber selbst, denn schließlich haben wir berechtigte Ansprüche. Und wir wissen auch, wohin wir es sicher unterbringen. Von wegen Gleichheit. Das ist einfach Unsinn, denn die Menschen sind von Natur aus unterschiedlich. Und Unterschiede müssen sein, sonst funktioniert das alles nicht. Also zeigen wir Verantwortung, damit das überhaupt jemand tut.

Tja, verfahrene Kiste. Man wird sehen, wohin das führt. Warten wir’s ab.

Nach der Täuschung kommt die Verwirrung. Und danach kommen hoffentlich nicht neue Machthaber mit einfachen Rezepten. Am Ende sitze ich hier und schreibe diesen Quatsch für die Tonne. Kulturkritik? Nee, nur nüchterne Erkenntnis. Dazu brauche ich kein Studium der Geschichte, denn es wiederholt sich ja doch alles. Und die lieben Mitmenschen kümmern sich um andere Dinge, nicht um Politik. Zu mühsam und aus Erfahrung sinnlos.

berndg42; 22. Oktober 2018

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Von der barmherzigen Lüge


Eigentlich wollte ich nur Ordnung machen, in dem Teil einer Werkstatt, den man mir zugewiesen hatte. Und dann kam die Frage nach dem Rückweg in meinen Wohnort. Der führte entlang eines kleinen Bachlaufs und ich würde ungefähr eine Stunde unterwegs sein. Inzwischen hatte ich Unterschlupf gefunden, denn es regnete in Strömen. Ich stand vor einem Verkaufsschalter der Bahn. Der Beamte war überfragt, ob und wann der nächste Zug für mich geht. Er erkundigte sich bei seinen Kollegen und kam mit der Botschaft zurück, dass da heute eine Gruppe von wichtigen Leuten eine Besichtigungstour machte. Vielleicht könnte ich nach ihrer Rückkehr den Bus nehmen.

Der Bach war zu einem reißenden Fluss angeschwollen. Viel zu gefährlich, zu Fuß den Rückweg aufzunehmen. Und da waren Menschen im Wasser. Ihre Köpfe gingen auf und unter. Es war nicht zu erkennen, ob sie freiwillig in den Fluten waren. Doch sehr schnell sank der Pegel und eine Militärkolonne näherte sich uns. Es fuhr ein Spezialtransporter mit einem riesigen, dunkelgrünen Zylinder darauf vor und hielt an. Auf dem offenen Gefechtsstand saßen zwei junge Mädchen. Sie kicherten und wussten nicht, was die Soldaten vor ihnen in dem Gefährt für eine Aufgabe hatten. Die trugen Helme und ihre Gesichter waren alle gleich aussehend. Ich erklärte ihnen die Situation. „Ihr sitzt auf einer Atomrakete. Aber macht euch keine Sorgen, der Kommandant ist nicht böse.“ Er winkte mir zu und forderte mich auf, einzusteigen.

Wegen des schlechten Wetters und der Ungewissheit meiner Rückkehr nach Haus bot er mir an, in seiner Kaserne zu übernachten. Wir setzten die Fahrt fort. Angekommen löste sich der Miltärkonvoi auf. Alle strömten in die Häuser, wir folgten. Ich war verwirrt, denn es sah innen nicht nach Befehl und Gehorsam aus. Die Flachbauten zogen sich hin, über das ganze Gelände. Ich war ratlos, denn niemand kümmerte sich jetzt um mich und meine Fragen. Also ging ich allein auf die Suche nach einer Unterkunft.

Lange Flure und hinter den Türen leere Zimmer. Geschäftig laufende Personen, die mich nicht beachteten. Ich glaubte in einer geheimen Zentrale zu sein, die sich mehr der Forschung als dem militärischen Drill zugewandt hatte. Diese Wandlung von Strenge und Unterordnung zeigte sich ja schon dadurch, dass die Uniformierten auffällig freundlich zu uns waren. Aber sie waren jetzt auch nicht mehr gegenwärtig.

Ich duckte mich und schlich weiter durch die Gänge. Hier wischte mal eine Putzfrau den Boden, dort gab jemand Anweisungen. Ich kam mir vor wie ein Spion, der nicht entdeckt werden wollte. Und dann stand ich unerwartet in einem großen Labor mit tagheller Beleuchtung. An einem Tisch reparierte jemand ein Funkgerät. Ich vernahm Morsezeichen: “ _… -. „. Was sollte JN bedeuten? Ich wagte nicht zufragen, denn ich wollte auch nicht zeigen, dass ich die Morsetöne verstehe. Ich ging weiter und kam an einen Arbeitsplatz, an dem ein älterer Herr im weißen Kittel sich über einen Schaltplan beugte. Aha, vielleicht ein spezieller Computer, der unter strenger Geheimhaltung stand? Der freundliche alte Mann blickte mich fragend an: „Kann man Pilze stoppen?“ Ich meinte ohne nachzudenken: „Wenn ein Pilz erst einmal wächst, ist er kaum noch aufzuhalten!“

Hätte ich nur einen Augenblick aufmerksamer hingesehen, hätte ich die Beule unter der stark geröteten Kopfhaut wahrgenommen. Vielleicht hätte ich ihm dann eine tröstende Antwort gegeben. Ene barmherzige Lüge, die ihm etwas Hoffnung machen konnte. Doch ich sprach die Wahrheit aus, was ihn aber nicht störte.

Und dann stand jetzt unvermittelt eine ältere Dame vor uns. Ihre weichen Brüste waren unter dem himmelblauen Pullover nicht zu übersehen. Sie nahm behutsam den Kopf des Alten und drückte sein Gesicht warmherzig an sich. Der Mann zögerte zunächst, fiel dann aber für einen Augenblick in einen tiefen Frieden. Die Frau löste ihre Hände. Ich sah zu ihr auf. Sie hielt meinem fragenden Blick stand, antwortete mit einem Monalisalächeln und entfernte sich.

Jetzt erst wurde mir bewusst, dass ich einem Engel begegnet war. Von da an waren alle Alltagssorgen nichtig. Die Leute meinen, ich sei ein fröhlicher Mensch geworden.

berndg42; 21. Oktober 2018

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Zur Lage


Da redet nun ein junger Mann als Kanzler von dem Zwang die Außengrenzen vor Armutsmigration zu schützen. Die Uneinigkeit und die Weigerung nach einem gerechten Verteilungsplan, um  die Migranten in allen Staaten Europas aufzunehmen, bringt ihn dazu, sich für die Bezahlung von fragwürdigen Söldner zu entscheiden. Diese Handlungsweise will er verkaufen. Und alle hören ihm zu, weil sie keine andere Lösung anzubieten haben. Was ist das für eine Moral? Sind das Merkmale von westlichen Werten, die es zu verteidigen gilt? Wo bleiben Einigkeit und Recht und Wahrheit?

Was haben denn die Mächtigen dieses Europas zu befürchten? Sind es die sinkenden Zustimmungen eines Wahlvolkes? Oder ist es konkret die Angst vor dem Verlust von Lebensqualität im Wohlstand und Überfluss? Wir wissen es nicht genau. Aber die Proteste kommen angeblich beim Volk an. Und deshalb verzeichen die radikalen Parteien einen bemerkenswerten Zulauf. Ohne konkrete Antworten auf die Zukunft mit der Angstmache Stimmen gewinnen, darum geht es denen. Also eigentlich kein erkennbares Konzept für die nächste Zeit, das wir kritisch prüfen könnten. Es ist wie mit dem Werbeversprechen, ab morgen das beste Persil aller Zeiten anzubieten. Und wir bleiben stumm oder wählen ab. Unentschlossen oder zwangsgeführt, weil perspektivlos.

Ist das alles nur die Quintessenz einer postkapitalistischen Verunsicherung? Sind unsere jungen Leute wirklich so unberührt beim Beobachten und Reflektieren des Tagesgeschehens?

Helmut Gollwitzer, der leidenschaftliche Vertreter eines christlichen Sozalismus, war da konsequenter und hat mit den Studenten der Achtundsechziger Studenten alle Demonstrationen mitgemacht. Wahrlich ein Vorbild mit redlichem Charakter und einer Überzeugung, die ihm auch seine Widersacher nicht absprechen konnten. Was nützt es, allen Beteuerungen der konservativen Politiker zu glauben, wenn ein Unbeweglicher ihrer Art in Brüssel regiert? Er tut nichts Wesentliches für den Fortschritt Europas. Und viele Menschen glauben immer noch an diese Idee! Fünf vor Zwölf sollten sie eigentlich die Hoffnung nicht verlieren. Das Gerede von den idealistischen Zielen dauert nun schon viele Jahre. So schwierig kann es doch nicht sein, die Bevölkerung von einer guten Idee zu überzeugen. Wer trägt da die Verantwortung für ein stetiges Scheitern?

Man prüfe kritisch, wer immer wieder nur seinen Egoismus gezeigt hat. Nur so kommt es an den Tag, wo die Verantwortlichen für die Misere sind. Und dass sie besonder klug handeln, ist ein andauerndes Märchen. Man sehe doch hinter die Kulissen und muss sich fragen, wie es möglich ist, dass immer noch im großen Stil betrügerische Steuertricks im Verborgenen ablaufen. Es kann doch nicht sein, dass man das in den oberen Kreisen nicht wüsste. Man muss doch leider erkennen, dass da zu viele Leute mit fragwürdiger Moral die Tricks durchgehen lassen. Angeblich mit dem Anspruch, das System vor größerem Schaden zu bewahren. Was ist denn nun die Wahrheit? Und wer bezahlt dann am Ende diese Lügenpraxis?

Ich fühle mich in mancher Hinsicht betrogen und hintergangen. Mich stört nicht das hämischen Grinsen der heimlichen Trickser und Täuscher, aber ich fürchte mich vor dem Zerfall der Werte. Es wird Zeit, dass man dem Einhalt gebietet!

berndg42, 18.10.2018

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Na bitte…


nun ist es passiert. Die verstorbenen Wähler(240 000) konnten nicht mehr bei der großen Partei ihr Kreuzchen machen. Die verbleibenden, überalterten Betonköpfe sehen nun nicht mehr mit triumphalen Grinsen auf das Volk herab, dessen Votum FJS einmal die Stimme eines Rindviechs nannte. Leider aber binden sie sich nun an einen Koalitionspartner, dessen Gesinnung nicht viel anders ist. Gegen den Euro und gegen Zuwanderung. Und dann werden auch noch die lautetsten Protagonisten in ihren Ämtern bleiben. Ob das gut geht?

Fast 10 Millionen  waren stimmberechtigt. Das entspricht einem Viertel der gesamten Wählerschaft in Deutschland. Und von diesen 10 Mio sind 72% wählen gegangen. Auf deren Anteil entfielen schließlich die 37% für die Partei. Und so kann man nachrechnen, dass nur ca. 8% aller Wähler in der Bundesrepublik bei uns die maßgebende Politik bestimmen.

Die sog. Schwesterpartei muss den Mund halten. Die anderen politischen Kräfte können ja opponieren. Toll! So zeigt sich Demokratie, die eigentlich von einer Mehrheit in der Bevölkerung gestaltet werden sollte. Wer da kein Unbehagen spürt, muss schon von dieser besonderen Klientel sein, die Bayern als ihre Arena betrachten. Der Rest unseres föderativen Landes soll doch bitte in diese südliche Region schauen und sich ein Beispiel nehmen. Jawoll! Mir san mir. Und wir wissen sowieso alles besser. Der sichtbare Erfolg gibt uns Recht.

Meinungsdiktatur oder Führungsstärke? Oder doch nur das große Spektakel eitler Typen? Bajowaren, die leicht in den Jähzorn zu bringen sind. Die gerne mal eine Wirtshausprügelei veranstalten. Manchmal habe ich das Gefühl, als Norddeutscher unter denen nicht zuhause zu sein.

Und was hat uns nun dieses Wahltheater gebracht? Jedenfalls keine Beruhigung der politischen Stimmung. Ich fürchte immer noch Unsicherheit und wieder aufkommendes Gezänk. Zeit im Umbruch, aber wenig Hoffnung im Blick auf die nahe Zukunft. Dabei gibt es genug wirklich wichtiger Anforderungen, denen man sich stellen sollte. Damit Lösungen sichtbar werden, damit man sich wieder verlässlich orientieren kann. Damit man planen kann. Sich Ziele setzen und vielleicht auch mal wieder sparen kann. Und endlich mal wieder Ruhe hat vor den Eskapaden aufgebrachter Unruhestifter, die den Laden ständig in Atem halten.

Und die Grünen? Die haben jetzt eine Chance auf Veränderungen. Vielleicht besinnen sie sich auf ein Programm, das uns weiterführt. Ansätze sind erkennbar. Aber es fehlt noch der Drang und die Kraft zur nachhaltigen Durchsetzung. Ein großes Zukunftsbild muss neben den bekannten Forderungen entwickelt werden. Dann könnte es dieser Gruppe gelingen, eine Volkspartei zu werden. Junge Mitglieder sind ein guter Rückhalt. Sie garantieren Dynamik. Fehlt noch das langfristige Vertrauen, dann könnte daraus was werden.

Und so bleiben immer noch die Leute, die in einer unsäglichen Vergangenheit leben, noch eine Minderheit, die wir aber nicht ignorieren dürfen. Leider sind dort auch junge Menschen mit Glatzköpfen und Springerstiefeln. Menschenskind, moderne Rockertypen, die lieber gröhlen als auf der Harley Gas zu geben. Gewaltbereite Horden, die man ertragen muss.

Wohin führt uns der Weg in den kommenden fünf Jahren? Ich weiß es nicht, hoffe aber auf Kompromisse und die Rückbesinnung auf das Machbare, auf Menschlichkeit und Nächstenliebe.

berndg42; 15. Oktober 2018

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Wer hat eigentlich noch den Überblick?


Da tönt ein neuer Fraktionschef mit markigen Worten über die unzulänglichen Strukturen und Aktivitäten seiner Partei. Er erhält Applaus von den jungen Mitgliedern. Aber welche Weisheit haben die denn, um zu wissen, wie die Anforderungen der Zukunft sind?

Da will man nur Migranten aufnehmen, die uns nützlich sind. Was ist das für eine christsoziale Heuchelei? Ein erbärmliches Zeugnis von Egoismus und Unmenschlichkeit. Anstatt sich nachhaltig und mit aller Kraft darum zu bemühen, dass die 26 Staaten in Europa mit uns ziehen. Endlich mal durchsetzen, dass sie auch Zuwanderer aufnehmen, in einer fairen Verteilung. Und dazu müsste man  Regelungen verabreden und auch einhalten! Denn die Populisten gewinnen täglich mehr die Vorherrschaft. Die müssen dem Volk nichts erklären. Die Angst vor dem Versagen der etablierten Politik genügt ihnen, um Stimmen zu gewinnen.

Vor zehn Jahren habe ich jungen Schülern an einem Gymnasium vorhergesagt, dass wir die Völkerwanderung aus dem armen Süden nicht verhindern können. Wie lange müssen wir jetzt noch zusehen, wie man an der Abwehr bastelt? Anstatt sich darauf zu konzentrieren, mit ganzem Engagement ein menschliches Konzept für die Integration zu entwerfen.

Mehr als 50 Millionen werden nicht kommen. Und diese Menschen kann Europa mit nahezu 500 Millionen Einwohnern durchaus aufnehmen, ohne in eine Hungersnot zu geraten. Wir saugen die auf wie ein Schwamm. Nach einer nachhaltigen Integration werden sie mithelfen, auf diesem Kontinent ein gutes Leben für alle zu gestalten.

Wir hatten mal den Rassismus der geistigen Potenz. Schwachsinnige und Hilfsbedürftige wurden einfach umgebracht. Barbarismus, der sich nicht wiederholen darf! Was sind denn das für Auguren, die einen neuen Rassismus predigen? Nur die geistig potenten Zuwanderer dürfen bleiben? Aber Gottes Kinder  sind nun mal nicht von einer einheitlichen, besonderen Qualifikation, von einer vermeintlich höherwertigen Rasse. Muss man den Politikern das heute erst direkt ins Gesicht sagen? Haben die nichts gelernt, als dem unterstellten Volksbegehren zu genügen, wenn sie Fremde gundsätzlich ablehnen?

Nichts als hilfloses, kurzsichtiges Treiben der Oberen. Da muss man ja an der Kompetenz unserer demokratischen Führung zweifeln. Und vielleicht wenden sich deshalb viele ab und gehen nicht wählen.

Wer hat in diesem Land eigentlich noch den Überblick für das Wesentliche?

Mein Zorn wird täglich größer. Wenn ich noch die Kraft der Jugend hätte, würde ich in die Politik einsteigen. Leider braucht man in diesem System Jahre, um Veränderungen zu bewirken. Und meine Restlaufzeit ist begrenzt. Meckern nützt auch nichts. Aber hier durch Worte der Betroffenheit die Leser aufrütteln, gebietet mir mein Verstand. Und in der Verantwortung für eine gesicherte Zukunft meiner Nachkommen ist es ist das Mindeste, was ich tun kann.

berndg42; im Oktober 2018

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Vom Ungeist des Tages


„Es gibt wichtige Fragen und emotionale Fragen. Was die wichtigen Fragen sind, bestimmen wir. Die emotionalen überlassen wir den anderen. Punkt!“

So zu Beginn einer Bundespressekonferenz.

Mein Demokratieverständnis sieht anders aus. Aber dem Bürger möglichst ein umfassendes, breites Angebot zu machen, ist offenbar wichtiger als die schlichte Entschädigung wegen des Betrugs und seiner Folgen. Ich habe dabei ein ungutes Gefühl. Für mich ist das der Weg der professionellen Verar…ng. Aber das passt in die Zeitsrömung. Denn offenbar hat sogar die Globalisierung dazu geführt, dass die Wertvorstellungen von Ethik und Moral immer mehr schwinden. Und so passt sich auch die Denke und Sprache an.

Da zimmert man an einem Gesetz zur Einwanderung. Wenn ich die Bedingungen höre, wird nach meiner Einschätzung wohl kaum jemand in unser Land kommen. Und den Spurwechsel wie auch eine Stichtagsregelung lehnt man ab. Toll! Und so kommen fast alle gegenwärtig im Land lebenden Asylantragssteller und Geduldete ganz sicher in die Situation der Zurückweisung, der Abschiebung. Gratulation an die im Süden regierende Partei. Möchte sie ja nur signalisieren, dass sie dem vermuteten Wunsch ihrer Wähler nachkommen will. Hoffentlich entscheiden sich möglichst viele für eine andere Politik, denn dann würde der sog. Volkswille dafür sorgen, dass sich die Meinungswellen nicht mehr weiter nach rechts ausbreiten.

Es wird höchste Zeit, dem systematischen Treiben gefährlicher Kräfte durch ehrliche Demokraten Einhalt zu gebieten. Wenn man durch Befragen festgestellt hat, dass sich mehr als ein Drittel der Bevölkerung mit rechtsnationalen Gedanken anfreunden könnte, dann muss man doch Angst haben, demnächst die dumpfe Gewalt solcher Zeitgenossen selbst ertragen zu müssen. Schade um unseren guten Ruf in der Welt! Ich mag nicht daran denken, in den nächsten Jahren unter einer Herrschaft des Ungeistes zu leben.

Warum ist es denn so schlimm, wenn noch einige Millionen von Zuwanderern sich auf ganz Europa verteilen würden? Was ist denn wirklich so bedrohlich, dass man alle unmenschlichen Mechanismen in Gang setzt, um ja nur nicht fremde Menschen in unser Sozialsystem zu lassen? Müssen die nicht auch nach kurzer Zeit ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen? Müssen die nicht auch für alle Steuern und Sozialabgaben zahlen? Und geht es dann deshalb den jetzt Wohlhabenden merklich schlechter? Solche vorgebrachten Befürchtungen sind doch unausgereifte Hirngespinste von Leuten, die viel zu kurzsichtig sind.

Europa und gerade Deutschland brauchen dringend junge Menschen, die mit anpacken. Und ob die nun fachlich gut ausgebildet sind oder nicht, im wesentlichen sucht die Wirtschaft händeringend Arbeitskräfte. Und was soll die Forderung nach Qualifikation? Müssen wir doch heute schon alle ständig umlernen, wenn wir einen gut bezahlten Job wollen! Dieser Fakt wird einfach so unter den Teppich gekehrt, aber der Fremdenhass ganz selbstverständlich in den Focus gestellt? Und ausgerechnet die überalterten Politiker mit ihrer Weisheit aus dem Zanzigstenjahrhundert bestimmen den Weg in die Zukunft. Offenbar sind die jüngeren Vertreter der Parteien nicht gerade die besonders geigneten, um die dringenden Interessen einer Generation zu vertreten, die noch Jahre vor sich hat.

Das engere Zusammenrücken der Staaten in Europa sollte vorangetrieben werden. Nur so kommen wir politisch und wirtschaftlich gesichert weiter. Aber da gibt es leider zu viele Gegner. Man sollte sie öfter öffentlich nennen, damit klar wird, wer uns schadet. Wer gegen eine offene Gesellschaft ist und nach seinen Regeln über uns bestimmen will. Der ahnungslose Bürger wird böse erwachen, wenn Kräfte an die Macht kommen, die ihm für lange Zeit einen Lebensstandard zuweisen werden, den er nicht verdient. Vorbei nicht nur mit der Freiheit der Meinung, denn wo der Einzelne sozial hingehört, wird dann von oben bestimmt. Man nennt das Diktatur. Wollen wir das wirklich? Oder träumen wir bloß leichtsinnig vor uns hin? Die Gefahr ist nicht zu übersehen!

Als alter Mann habe ich nichts zu verlieren, könnte mich mit einem Glas Rotwein im Sessel bequem zurücklehen. Aber ich sorge mich um unsere Nachkommen!

berndg42; im Oktober 2018

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dekadenz


im gleichtakt
der tage
wolken ohne licht
über landschaften
farblos

meine träume
drehen sich
in der zeit
bleiben
unvollkommen

ich warte
auf das
unerwartete
auf den tag
des erwachens
die diamanten
neuer töne

doch die stimmen
werden lauter
diffuser
und unbestimmbar

wer wird
mich morgen
noch grüßen
wer wird
meine fragen
verstehen?

die leute
vergessen
zu leben
die freude
altert
unter den füßen

die wahrheit
zeigt sich
aufdringlich
doch wird nicht
verstanden

modelügen
verkrusten
schmerzende wunden

enttäuschung prägt
die stimmung
wer den kopf
hebt
sieht in den
nebel

wo bleibt die liebe
und wer hört mich
wer hat noch
die kraft
des vertrauens
in die gemeinschaft
in unsere zukunft?

berndg42

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