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Seit über zehn Jahren gebe ich Technikunterricht an Grundschulen in und um Darmstadt. Als Mitglied im Verein: Technikschule Darmstadt e.V. bin ich zuletzt nur noch an der Bessunger Schule tätig. Im Themenbereich Sachkunde machen wir mit den Kindern der Jahrgänge vier ein Semester lang an einem Tag in der Woche eine Stunde interessante Experimente aus den Wissensgebieten Elektronik und Informatik. Wir, das sind zur Zeit zwei ebenfalls ehrenamtlich Mitwirkende, die nach den kommenden Sommerferien meine Aktivitäten fortführen möchten.

Die Schulleitung und die Lehrkräfte befürworten unsere Arbeit. Die Eltern signalisieren ihre Zustimmung und möchten, dass der Technikunterricht auch für die nachfolgenden Jahrgänge erhalten bleibt. An der Notwendigkeit und positiven Wirkung auf die Ausbildung des Nachwuchses gibt es keinen Zweifel. Die Hinführung auf das MINT-Wissen in früher Jugend ist das gemeinsame Ziel. Unser Verein erhält zunehmend Sachspenden, für die wir dankbar sind.

Die Zehnjährigen sind mit Begeisterung dabei. Sie fiebern jeder Technikstunde entgegen. Bei uns gibt es keine Leistungskontrollen. Wir motivieren allein über die natürliche Neugier der Kinder. Sie stellen viele Fragen, machen auch Vorschläge und berichten über eigene Erfahrungen und Erkenntnisse. Z.B. dass eine Banane keinen elektrischen Strom leitet. Und dass eine Kartoffelbatterie nur wenig Strom liefert. Zu schwach ist, um eine Leuchtdiode über längere Zeit zu betreiben. Sie erkennen, dass es erst nach vielen Jahren der technischen Entwicklung gelungen ist, eine so leistungsfähige Batterie wie den 9V-Block herzustellen. Dass man eben nur mit vielen Versuchen und zielgerichtetem Nachdenken, mit der Beharrlichkeit eines Ingenieurs, alle die technischen Produkte entwickeln muss, damit man sie auch wirklich gebrauchen kann. Das theoretische Wissen allein genügt nicht, um mit den Erkenntnissen aus der Forschung Energie in ausreichender Menge aus der Natur zu gewinnen.

Das Aha-Erlebnis regt die Phantasie an. Aus dem jungen Hirn sprudeln die Gedanken in beeindruckender Folge nur so heraus. Ein Wettbewerb des Wissen-Wollens und Forschens, des Umsetzens eigener Ideen findet regelmäßig statt. Die Kinder machen motiviert mit. Spielend lernen, ist das Prinzip, dem wir freien Lauf lassen. Ein neutraler Beobachter wird feststellen, dass es den Kindern nicht bewusst ist, dass sie lernen und welchen Spaß man daran im Vergleich zum gewöhnlichen Unterricht hat. Sie machen einfach engagiert mit. Ein Pädagoge Alter Schule hätte seine Freude daran. Und der Erfolg ist nicht nur das Bewusstsein der Kinder für unsere technisierte Welt aufzuschließen, sondern es bleibt auch nachhaltig im Kopf, sodass ein ein späterer Berufswunsch sich entsprechend einstellen wird. Dabei ist es nicht unsere Absicht, Techniker und Ingenieure für die Industrie und Wirtschaft zu rekrutieren. Mein pädagogisches Ziel ist auch, bei den Kindern das kritische Denken zu fördern. Und das setzt voraus, dass man weiß, was hinter den Dingen passiert. Dass man weiß, wie Internet geht und was in einem Mobiltelefon abläuft. Und dass man sich nicht damit zufrieden gibt, sich mit Action-Spielen seine Zeit zu vertreiben.

Digitalisierung
Tja, dafür stellt die Regierung jetzt auch Geld bereit, um das Anwendungswissen in die Schulen zu tragen. Immer mehr Institutionen und Organisationen des Handwerks und der Wirtschaft eröffnen Schulungsstätten und Freizeiteinrichtungen für die MINT-Bildung der Jugend. Science-Center, Forschungswerkstätten und Stiftungen werden aktiv. Der Bürger soll über die Aktivitäten zur Bewältigung eines vermeintlich dringenden Nachholbedarfs informiert werden.

„Zieldimensionen informatischer Bildung“ werden anspruchsvoll definiert. Nach meiner Beobachtung gibt es da viele fragwürdige Vorschläge und Angebote. Ob die uns helfen, bei den Kindern ein waches Bewusstsein zu wecken? Ihnen tatsächlich Perspektiven zu eröffnen, die sie fördern und anleiten, den richtigen Weg in die zukünftige Arbeitswelt zu finden? Oder ist da nicht hier und da nur ein naiver Aktivismus zu bewundern?

Es ist doch nicht damit getan, mal eben den Kindern den Funktionsmechanismus eines topaktuellen Minicomputers vorzuführen, damit sie ihren Spaß damit haben. Die gute Absicht, mit einem fast neoterischem Bewusstsein hier die Begeisterung für Technik bei den Kleinen zu fördern, ist seriös darauf zu prüfen, ob da eine pädagogische Wirkung bleibt, sich eine Nachhaltigkeit im Grundverständnis von Informatik nachweisen lässt. Geht denn die Handhabung mit einem Calliope wesentlich über das Spielen mit einem Smartphone hinaus? Werden moderne Begriffe wie Kodieren und Dekodieren verinnerlicht? Haben die Kinder nach einer relativ kurzen Beschäftigung mit so einem technischen Spielzeug verstanden, dass hier gespeicherte elektrische Signale zu Außenwirkungen führen, die wir als Reaktion auf eine Anweisung durch Software verstehen? Begreifen sie in dieser Lernphase den Unterschied zwischen Mensch und Maschine? Man kann nur hoffen, dass die technischen Bestandteile moderner Elektronik und ihre spezifischen Merkmale wie Hard- und Software bei den Übungen mit der Blockprogrammierung verstanden werden. Mal nebenbei bemerkt, habe ich meine Zweifel, ob dieses Grundwissen bei manchen Programmierern in unserer Zeit überhaupt noch bewusst ist. Denn wenn ich auf die tragischen Abstürze modernster Flugzeuge sehe, kommt mir da ein bestimmter Verdacht.

Nach meiner Erfahrung ist der Anspruch, Kindern im Alter von zehn Jahren(Grundschule) das Wissen um die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus dem MINT-Bereich so zu vermitteln, dass dabei keine falsche Bewertung entsteht, nicht einfach zu erfüllen. Es ist nicht leicht, Lerninhalte zu entwickeln und kindgerecht aufzubereiten, dass ein nachhaltiges Wissen vertieft abgespeichert wird. In einer Zeit des täglichen Erlebens von flüchtigen Ereignissen, die Kinder konzentriert auf einen Weg des Lernens zu führen, der zu einer Bereicherung des jungen Verstandes führt. Man sehe sich meine Internetseite:

http://www.quietscheradio.de/

an, um besser zu verstehen, wie ich das meine. Hätte ich länger als sechs Monate die Gelegenheit zu unterrichten, würde ich sicherlich anders vorgehen, um nachhaltiger ein Grundwissen zu verankern. Und nebenbei gesagt: Hier beginnt die Verantwortung für ehrenamtlich Unterrichtende, wenn man in relativ kurzer Zeit eine Anregung und Öffnung des noch unverbildeten Geistes für MINT-Themen auslösen möchte.

Meine primäre Vorstellung ist eine andere: Es sollten mehr Ingenieure und naturwissenschaftlich Gebildete in den Parlamenten sein, um die Anforderungen für die Zukunft des Landes mit einem fundierten Wissen zu erfüllen. In der Politik eine Elite, die mit mehr Sachverstand die Dinge regelt. Viele Probleme wären schneller und besser zu lösen. Dadurch würden auch so manche Konflikte in der Welt vermieden, die allgemeine Kriegsgefahr vermindert.

Doch das ist sicherlich eine Traumvorstellung, die sich in absehbarer Zeit nicht erfüllen wird.

Und was ist denn so wichtig bei der Vermittlung der Kenntnisse über Computer und der Künstlichen Intelligenz?

Unsere Kinder lernen mit Binärzahlen umgehen. Sie telegrafieren mit kodierten Buchstaben des Alphabets geheime Wörter. Und dabei verwenden sie Binärzahlen mit 5 Bits. Ihnen ist die Bedeutung von 1 und 0 bekannt. Ebenso die Begriffe Kodieren und Dekodieren. Und sie erfahren auch, dass der Computer eigentlich eine dumme Maschine ist, die vom Menschen programmiert wird. Software als elektronische Anweisungen für eine Hardware, die ausführt, was man vorgegeben hat. Und nicht selbst denken kann, weil sie keine Phantasie hat, weil sie nicht träumen, nicht fühlen und erfinden kann.

Sich selbst ein Bild machen können, was die Ursache für ein Versagen von Technik sein könnte. Warum fallen Flugzeuge der neuesten Generation vom Himmel? Wer hat da versagt? Was kann man besser machen? Und wer hat in der Verantwortungskette die eigentliche Schuld an diesen Unfällen?

Den Wert der Technik im Alltag so einzuschätzen, dass man abwägen und entscheiden kann. Das ist eine Fähigkeit, die dem fremdbestimmten Konsumenten immer mehr verloren geht. Und mitreden können, den Durchblick haben und aufklären können über technische Vorgänge und Zusammenwirken moderner Apparate und globaler Vernetzung von Informationselektronik(Internet). Diese Fähigkeiten sollten zukünftig für die berufliche Karriere und Einkommen entscheidend sein. Die einfachen Arbeiten in Industrie und Verwaltung werden bald nur noch von Robotern erledigt. Und wer nicht auf dem Stand des Wissens ist, muss zusehen, wo er seine Nische für seinen Lebensstandard und Auskommen findet.

Die Begeisterung für Technik ist eine Sache, die Förderung von relevanter Kompetenz für eine technisierte Gesellschaft eine viel wichtigere. Nur der aufgeklärte Konsument wird sich vernünftig verhalten. Dem Klima und der Umwelt nicht schaden, die Ressourcen nicht gänzlich ausbeuten und mit Verantwortung für die kommende Generationen handeln.

2030 werden zehn Milliarden Menschen auf der Erde sein. Und die müssen rational miteinander auskommen, denn sonst droht allen die Apokalypse. Die Vorstellung, dass nur abgekapselte Eliten überleben werden, ist immer noch jeden Beweis schuldig und ziemlich abwegig. Abgesehen von der Unerträglichkeit einer animalischen Moral, die nicht das Ende der Zivilisation sein sollte. Es wird Zeit, dass die Menschen wieder das Gebot der Nächstenliebe befolgen und versuchen, sich friedlich zu ertragen. Nur dann wird uns ein technisierter Alltag eine Lebensgrundlage sichern.

Mit diesem Anspruch müssen wir unsere Kinder anleiten, sich in eine stabile gesellschaftliche Ordnung einzufügen, in der sie auch kulturelle Werte finden, die dem Leben einen Sinn geben.

berndg42; im März 2019

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Der politische Aschermittwoch


Bei der Partei der schwarzen Vernunft konnte man eine Rede hören. Für mich war es die Rede einer Putzfrau, die ihre Themen vermutlich aus der Bildzeitung entnommen hat.

Wo blieb ihre Phantasie? Ihre Intention, mal nicht das populistisches Geschwafel zu verbreiten, sondern auf den Kern der Absichten zu kommen? Nicht dem Wohle der Wohlhabenden mal das Wort zu reden, sondern auch diejenigen nicht zu vergessen, die keinen Spott verdient haben?

Hier applaudierten im Saal, die ihre Position in Gefahr sehen. Wenn es darum geht, etwas von dem Wohlstand abzugeben, bleiben sie hart. Hart gegenüber denjenigen, die angeblich nicht begreifen wollen, dass nur Leistung zählt. Ja, haben denn diese Partei und ihre Veteranen nicht dafür gesorgt, dass das untere Drittel der Gesellschaft überhaupt keine Chance hat, an der Bildung und den Privilegien der oberen Wählerklientel teilzuhaben? Dass sie über lange Zeit dafür gesorgt haben, den Zugang zu den Bildungseinrichtungen zu erschweren? Welche der Bildungsministerinnen hat denn wirklich etwas für die Unterprivilegierten Schichten und ihre Schützlinge gebracht? Etwa die Umgestaltung des Bildungsweges in den Universitäten und Hochschulen? Diesen Bildungsweg können sich doch heute nur noch diejenigen leisten, die von zuhause das Geld bekommen. Ansonsten müssen sie sich hoch verschulden oder 14 Stunden täglich schaffen gehen. Was für eine Beweihräucherung der wohlhabenden Wählerklientel!

Und wohin hat es denn der gelobte Leistungsgedanke im Sport gebracht? Doping und Kommerzialisierung. Ich mag den Sport nicht mehr und mag auch nichts mehr davon hören oder sehen. Was für eine Perversität ist denn das sog. Biathlon? Eine ekelhafte militärische Übung, die mit Sicherheit dem Gedanken von Olympia widerspricht. Und in jedem Winter immer wieder diese Bilder!

Lauter Absichtserklärungen und Besserwisserei, wenn es darum geht, den verarmten Menschen, die ohne Verschulden in die Rentenfalle stolpern, wirklich zu helfen. Nur Versprechen, die man schon jahrzehntelang von dieser Partei hören konnte. Aber sich mit hehren Bekundungen über Nation, Europa und das Mitwirken der schwarzen Vernunft zu profilieren, das hat diese Frau drauf.

Schade, wirklich schade! Sie hätte mal über die tatsächlichen Probleme um das Ringen einer Regierung für ein Optimum zum Nutzen des Volkes sprechen können. In der das Mitwirken nicht allein von ihren Ansichten bestimmt wird. In der auch Mitwirkende, die anders denken, einen Platz finden könnten. Aber nein, es gilt ja nur die eigenen Meinung. Eine, die einen großen Teil der Gesellschaft anspricht. Aus verständlichen Gründen. Denn nichts ist wichtiger und heute fast bis in den Himmel gehoben, als die Religion der Ökonomie.

Sie hat es dazu gebracht, dass wir uns in den Krankenhäusern nicht mehr sicher sind, über den Tisch gezogen zu werden. Diese Ersatzreligion hat dazu geführt, dass die Züge nicht pünktlich sind. Soll sich doch der Kleine Mann ruhig fragen, woran das liegt. Uns ist es egal, Hauptsache das Geld stimmt!

Und das sollen wir alle als Ziel des Lebens verinnerlichen? Denn sonst gehören wir nicht dazu. Sind ausgeschlossen von denjenigen, die die Macher sind. Die im Besitz der sog. Wahrheit über uns bestimmen. Die uns zwingen, die Zähne zusammen zu beißen, damit wir nicht auffallen im Mainstream.

Da beklagt diese Frau, dass die Sozis nach bewährtem Klischee wieder einmal mit der Gartenspritze das Geld verteilen. „Die können nicht mit Geld umgehen!“ Wie viele Jahre habe ich diesen plakativen Vorwurf schon gehört? Ja, wenn die anderen es kleinlich für sich raffen, kommt am Ende nicht mehr viel rüber. Und das haben diese Vertreter der schwarzen Vernunft immer wieder fabelhaft gekonnt. Sie haben sich innerhalb der Gesellschaft ein Feld erobert, das sie so schnell nicht aufgeben werden. Sie allein verstehen sich als treibende Kraft für den Fortschritt. Dabei stehen sie stets auf der Bremse, wie es sich für Konservative gehört. In Europa könnten wir schon längst weiter sein, wären da nicht ihre Meinungsvertreter und rührigen Agenten in allen Gremien. Aber vielleicht gelingt es ja noch vor dem spürbaren Klimawandel zu erkennen, dass ihre Politik falsch war.

Klimawandel und Arbeitsplätze erhalten. Den Spagat trauen sie sich zu. Aber wird daraus wirklich was? Man beurteile sie an ihren Taten. Doch wer tut das schon im Nachhinein? Die Zeit schreitet immer schneller voran. Und das Vergessen ist die eigentliche Erholung des angestrengten Geistes.

Bitte jetzt keinen Vorwurf von Wegen Sozialneid! Ich kann mich persönlich nicht beklagen, habe aber durchaus den Mitmenschen im Blick, der es nicht gewohnt ist, sich mit Worten zu wehren.

Wenn die Menschenliebe nicht bald in die Köpfe und Herzen kommt, ist der Planet verloren! Auch trotz oder vielleicht auch wegen ihrer christlichen Heuchler.

Das ist meine Sorge. Allein deshalb schreibe ich. Mögen manche mich für einen Spinner halten. Vor allem diejenigen, die sowieso nicht an den selbstbestimmten Menschen glauben und lieber dem Himmel die Verantwortung für unser Tun überlassen.

Gute Nacht, ihr Lieben. Bleibt dennoch wachsam!

berndg42; im März 2019

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nach der zeit


wie perlen
auf goldenem
wasser
im licht
der erkenntnis
glitzern
und erfahren

die botschaft
der liebe
zum nächsten
zu dir und mir

durch die nacht
des dunklen himmels
werden dir die sterne
den weg weisen

auf der bahn
der erlösung
deine
seele aufnehmen
und behüten

hast du dich
gefragt
ob du es
so gemeint hast?

bist du
mit den taten
deines lebens
selbst im reinen?

das licht wird dir
verzeihen
auch wenn du
schwach warst

aber du musst
versprechen
nicht mehr nur
an dich zu denken
sondern alle wesen
dieser welt umarmen
wollen

das allein wird
dich selig machen

berndg42; 21. Februar 2019

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Liebesworte


liebesworte
flüstern
und still atmen
den himmel einsehen
und im licht baden

die stimmen
der elfen
liebkosen
wie sie auch dich
umschmeicheln

das band der
menschlichkeit
binden
und eins sein
mit dem gebot
der nächchstenliebe

bei euch sein
in euch sein
mit euch sein

das ist der sinn
des lebens

vergesst das nicht!

berndg42; 21. Februar 2019

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Sonntagsgespräche


Es ist schon bemerkenswert, dass bei den Gesprächsrunden(Phoenix) immer wieder diejenigen ihre Meinungen austauschen, die von den technischen Fakten der Bedrohung nichts wissen. Im Stile einer Manier, unzweifelhaft Bescheid zu wissen in der Weltpolitik, wird nur noch wiederholt, was wir längst so oft gehört haben. Der TV-Konsument bleibt außen vor, denn er wird ja kaum auf der Bühne dieser Profiquatscher sein Wort sagen können. Vielleicht in der Nachfragezeit. Aber dort wird zuvor gesiebt, geprüft, ob die Äußerungen am Telefon genehm sind oder nicht.

Tja, nicht einer der Anwesenden kam bei der Frage nach einer notwendigen Aufrüstung Europas im Zuge der Erkenntnis, dass ja der Schutz durch die Nato oder Amerikas bald nicht mehr sein wird, darauf, an eine eigene Anstrengung zu denken.

Im Grundgesetz steht, dass die Bundeswehr eine Verteidigungsarmee sein soll. Die Bundeskanzlerin und ihr zuständiges Ministerium sollten eigentlich in diesem Sinne handeln. Aber wie wir alle erleben, schickt man die Soldaten lieber in die Welt, um fragwürdige System zu stabilisieren.

Es gibt nur eine Antwort auf die Bedrohung durch Mittelstreckenraketen:

Ein eigenes Abwehrsystem zu entwickeln und installieren, durch das wir geschützt werden. Jedem Aggressor muss klar werden, dass es keinen Sinn macht, uns mit der Bedrohung durch einen atomaren Erstschlag zu erpressen.

Auch Journalisten können bei Wikipedia nachlesen, dass die alte SS26-Rakete schon jetzt nicht mehr von den modernsten amerikanischen Abfangraketen aufgehalten werden kann. Man muss allerdings verstehen, was die technischen Fähigkeiten dieser russischen Raketen bedeuten. Bei einer Überschallgeschwindigkeit eine Querbeschleunigung von 36 g aufzubringen, um beliebig schnelle Ausweichmanöver zu fliegen, dann aber ungehindert den Flug auf ein Ziel fortzusetzen, sind Features, mit denen amerikanische Raketen nicht mithalten können. Hier hat der Westen wie damals die Schweizer Uhrenhersteller die „Digitalisierung“ verschlafen, ebenso nur den Kopf in den Sand gesteckt.

Man kann bedauern, dass in unseren Parlamenten überwiegend solche Leute sind, die keine naturwissenschaftliche Bildung haben. Das wird sich am Tag X rächen. Das Erwachen wird hilflos ein, wenn die atomar bestückten Hyperschallraketen ohne Vorwarnzeit abgeschickt werden.

Alle Voraussetzungen für die Entwicklung eines eigenen Raketenabwehrsystems sind heute gegeben:

1) Wir haben ein eigenes Satelliten-Navigationssystem
2) Das KnowHow ist in unseren Universitäten und leistungsfähigen Rüstungsindustrie vorhanden
3) Geld ist genug da. Soviel, wie niemals zuvor!

Und die Bedrohung ist seit dem Amtsantritt von einem Herrn Trump noch größer geworden. Das Zurückziehen der Amerikaner aus den Natoverpflichtungen hat doch dazu geführt, dass eine Frau May sofort über den Teich geflogen ist, um sich zu versichern, dass auch weiterhin die technische Nutzung des GPS für die militärische Abwehr zur Verfügung steht. Ich glaube nicht, dass sich im Konfliktfall das amerikanische Militär unmittelbar dazu entschließt, ihr Satellitensystem schnellstens frei zu schalten. Aber jede Verzögerung wäre tödlich.

Und weshalb wohl sind eine Frau Merkel und ein Herr Steinmeier so oft nach Moskau geflogen? Wir können froh sein, wenn ein Herr Putin seine Falken auch weiterhin im Griff hat. Ohne Ihn wäre es vielleicht längst passiert. Nach Murphys-Law besteht sehr wohl ein Risiko, dass durch einen Zufall oder eine unbedachte Reaktion die atomare Vernichtung Europas folgt. Jedenfalls hat wenigsten Herr Mascolo sich entsprechend geäußert. Immerhin konnte er ja in der Welt bereits Erfahrungen sammeln.

Man könnte die politischen Köpfe der Verantwortlichen Staaten durchaus als dekadent einordnen. Sie sind einfältig oder blind. Und offensichtlich nur noch in alltägliche Kleinstreitereien verwickelt. Aber sie werden schuldig, wenn sie nicht das getan haben, was notwendig gewesen wäre.

Schon jetzt hätten die Russen uns von den U-Booten in der Ostsee und dem Atlantik beschießen können. Westeuropa wäre in zwanzig Minuten einzuäschern. Oder mit einer einzigen Neutronenbombe könnten sie das gesamte europäische Militär lahmlegen. Dabei wäre der radioaktive Fallout marginal. Selbst bei Westwind würde er kaum bis Moskau wehen. Das biologische Leben wäre allein durch die starke Strahlung fast vollständig ausgelöscht. Nur wenige Menschen, die zufällig unter dem Erdboden wären, würden überleben. Schon nach wenigen Wochen könnte Europa neu besiedelt werden. Und ein Herr Trump hätte vermutlich nichts dagegen, wenn da ein wirtschaftlicher Konkurrent weniger auf dem Globus ist.

Woran liegt es, wenn man nur weiter wurschtelt? Sie wissen es. In einer hochtechnisierten Gesellschaft haben überwiegend Juristen und Strategen der Ökonomie(Lobbyisten) das Sagen. Unser Schulsystem zielt darauf ab, möglichst unkritische Konsumenten zu erziehen. Die Wirtschaft muss laufen! Ja, einverstanden, aber mit einem wachen Bewusstsein. Und dazu ist eine naturwissenschaftliche Bildung unserer Kinder notwendiger denn je. Mehr Ingenieure in die Parlamente, an die Stellen mit höchster Verantwortung! Das ist die Forderung der Zeit, in der wir leben. Dann wird‘s auch was mit der Digitalisierung, der Energiewende und dem Klimaschutz.

berndg42, 17. Februar 2019

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Schulische Bildung


Habe eigentlich keine Lust mehr, mich mit Fragen der richtigen Zielsetzung von Schule zu beschäftigen. Dennoch bleibt die Frage, ob ich es richtig mache.

Nach Prof. Hüther sollte man die Lernenden als Subjekte denn als Objekte der eigenen und fremder Vorstellungen und Zielsetzungen ansehen. Soweit, so gut. Aber was heißt das denn im Alltag?

Ich bevorzuge, die Kinder in den Jahrgangsstufen vier an ihrer Neugier zu packen. Ich habe nicht das von meinem Verein vielleicht vorgesetzte Ziel, möglichst viele Kinder für den Weg der MINT-Bildung zu begeistern, um einen gesicherten Nachwuchs an Fachkräften heranzuziehen. Der oft geäußerte Mangel im Ingenieurbereich sollte mal kritisch hinterfragt werden. Die Personalchefs der großen Konzerne haben es lieber, wenn sie auswählen können. Und so erklärt sich auch, dass man lieber solche einstellt, die sich mit einer geringen Bezahlung zufrieden geben. Es sind dann die Ingenieure aus solchen Ländern, die selbst dringend dort benötigt werden. Lohndumping ist auch hier in Mode gekommen, leider.

In meinen Ausführungen auf der Website habe ich ja schon zu erkennen gegeben, dass es mir vordringlich darauf ankommt, ein kritisches Bewusstsein zu stärken. Das setzt voraus, dass man sich mit den Herausforderungen des Alltags auskennt.

Die elektronischen Hilfsmittel, ohne die kaum noch jemand auskommt, sollen besser verstanden werden. Die Kinder sollen fähig werden, hinter das Display des Handys zu sehen. Zu wissen, was in dem Gehäuse passiert und wie diese Vorgänge von anderen Mitmenschen vielleicht eigennützig benutzt werden, um meine persönliche Welt zu beeinflussen, ist mir als Lernziel wichtig. Das ist keine revolutionäre Haltung, die ich hier vertrete. Es ist die Absicht, die Kinder zu mündigen Konsumenten zu machen. Ihnen die Fähigkeit zu vermitteln, mit dem eigenen Kopf Entscheidungen zu treffen, wenn es um die Nützlichkeit und die Bewertung von technischen Hilfsmitteln geht.

Selbst zu bestimmen, ob ein technisches Gerät für mein Leben wichtig ist oder nicht, ist nur dann möglich, wenn ich weiß, was sich dahinter versteckt. Und da wir alle soziale Wesen und auf die Mitwirkung der Mitmenschen angewiesen sind, ist es natürlich auch ein Bedürfnis, selbst zu entscheiden, wie ich ich mich in eine Gemeinschaft einbringen kann, ohne dieser zu schaden. Das geht nur mit Verantwortung.

Aber verantwortlich zu entscheiden setzt voraus, dass ich das notwendige Wissen habe. Und hier zeigt sich meine Zielsetzung für einen MINT-Unterricht: Die Fähigkeit zu schulen, sich mit dem eigenen Kopf zu behaupten. Aber mit einem Wissen, das über ein Mindestmaß hinausgeht.

Also ist der mündige Konsument jemand, der sich nicht leichtfertig verführen lässt. Nach meiner Meinung ist das ein Mensch, der die Zukunft meistern könnte. Der keine unvernünftigen Abweichungen von der gemeinsamen Zielsetzung zulässt, weil er weiß, was auf dem Spiel steht. Der sich in erster Linie um den Zusammenhalt kümmert, nicht vorrangig um den Eigennutzen. Das schränkt seine Kreativität weniger ein, als das Befolgen vorgegebener Verhaltensmuster. Das führt zur Veränderungen, die für die Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens notwendig sind. Denn nur Veränderung und Anpassung an Anforderungen der Zeit sichern das Überleben in der Zukunft, nicht das konservative Beharren auf sog. bewährten Regeln.

Längst hat es ich gezeigt, dass Begriffe wie Vernunft und Wahrheit immer eine Frage der Perspektive sind. Und wenn bestimmte politische Parteien ständig herausstellen, dass nur ihre Meinungen vernünftig sind und die der Opposition unvernünftig, dann sollte man hellhörig werden und nachfragen, was aus der Sicht der Andersmeinenden vielleicht auch eine Wahrheit ist, der man folgen kann.

Lernen soll Spaß machen, ohne nur pure Unterhaltung zu sein. Lernen ist ein natürliches Bedürfnis junger Menschen. Und das sollte man mit Bevormundung und Abfragen von Leistungen nicht einschränken. Kinder sollen ihren natürlichen Frohsinn behalten.

Nur unverantwortliche Macher zerstören diesen Weg einer Bildung, die sich am Ende unterlegen zeigen wird. Mit mündigen Menschen wird sich die Zukunft sicher gestalten lassen. Und das ist mir mit Sicht auf meine eigenen Nachkommen sehr wichtig.

berndg42, 14. Februar 2019

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Das INF-Debakel


Jetzt wachen sie auf, die Konservativen. Aber nichts als Geschwätz und Versprechen. Was werden die tatsächlich tun?

Nun erkennen sie die Bedrohung, wenn es fast zu spät ist. Alle Jahre nur Panzer an die Saudis geliefert, aber nicht darüber nachgedacht, mal ein eigenes Raketenabwehrsystem zu entwickeln. Inzwischen sind alle technologischen und ökonomischen Voraussetzungen erfüllt:

Ein eigenes Satellitennavigationssystem, Produzenten im Land mit KnowHow, freundschaftliche Hilfe durch israelische Experten, Geld.

Und was tut man wieder am liebsten? Schwätzen über taktische Spielchen. Ob man die amerikanischen Raketen lieber nicht in Polen und Rumänien installieren soll. Ob man die Russen noch einmal rumkriegt, nachzugeben. Ob man sich auf die obsoleten Äußerungen des Natochefs verlassen kann.

Eben nur Gerede, sonst nichts Greifbares. Es ist nur eine Frage der Geschwindigkeit, wann die Reichen Europa verlassen und aus der Ferne operieren. Nicht ob sie es tun werden. Denn sie kennen Murphys Gesetz. Und der Finger am Abzug ist keine Garantie für Sicherheit!

Gute Nacht ihr ahnungslosen Verwalter, schlaft einfach weiter und schiebt die Verantwortung mal wieder auf den Himmel! Oder zeigt doch endlich selbst mal eine glaubwürdige Moral!

berndg42, 2. Februar 2019

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