melancholie


über
den wellen
meiner tage
liegt die
schwermut

atme tief
zähle nicht
die tränen

zarte töne
fallen vom
himmel
tröstend

bin allein
und ahne
alle wesen

teilen mit mir
endlose
sekunden

getragen
von der musik
der herzen
spüre ich
den takt
des lebens

berndg42; Juni 2019

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Lyrik | Kommentar hinterlassen

falling slowly


Well, alles ist so konturenlos beliebig. Alle machen, was sie wollen. Was sie nicht können. Was sie nicht bezahlen müssen. Was sie aber immer mehr wollen. Doch was wollen sie wirklich?

Falling slowly in die Tiefe der Depression? Und wen berührt das ? Ist dort jemand am Horizont der Wünsche? Einer, der uns wieder eine verlorene Ordnung geben kann? Wo sind sie, die Leitbilder einer Kultur, für die es sich zu leben lohnt?

„Wir kaufen dein Auto.de“! NEIN, mein Auto kauft ihr nicht!
Ich kann es nicht mehr hören. Dieses Wort „KAUFEN“!

Behaltet doch euer verdammtes Geld. Ist ohnehin nur eine endlose Folge von 1 und 0 in den Servern, irgendwo in der Welt. Und ohne Money würdet ihr euch langweilen, wetten?
Denn euch ging die Phantasie verloren! Ihr habt keine Träume. Verloren gingen euch wesentliche Bilder und Gefühle der inneren Zufriedenheit, die ihr Glück nennt.

Und da kritisiert auf YouTube ein junger Mann die lähmende Politik der letzten Jahre. Möchte eine Partei zerstören, die von überalterten Typen beherrscht wird. Er schreit deutlich sein Unbehagen heraus.

Hoffentlich erreicht er 10 Mio Klicks. Es muss was geschehen! Dringender als manchem bewusst ist.

„Wir kaufen dein Auto Punkt de.“ Diese ständige Wortkacke. Klebt an mir, wie von lästigen Fliegen, die auf dem Mist dieser Zeit leben.

Sanfte Töne der Versöhnung werden belächelt. Von den strammen Burschen, die mit den Glatzen über einem begrenzten Horizont. Diese primitiven Undergrounder, die die Leute auf ihre Geistesenge einschwören wollen. Listig wie alte Füchse ihre politischen Mitläufer:

„Das Volk ist doof! Holen wir uns doch, was wir kriegen können!“

Verschwörer am Rand der Demokratie, die bald keine mehr sein wird, wenn wir nicht wachsam bleiben.

Überall diese rührigen Retter der Werte. Und ebenso laut lügen sie alltäglich die vermeintliche Bedrohung durch „illegale“ Zuwanderung. Die Zahlen werden nicht wahrgenommen. Den mathematischen Begriff der MENGE kennen die nicht. Und Relationen von Mengen natürlich auch nicht.

Von den über 60 Mio hilflosen Flüchtlingen lebt der größte Teil in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer Heimat. Und mal nüchtern betrachtet:

Selbst wenn 50 Mio nach Europa einwandern würden, wären sie keine ernste Bedrohung für uns!!!
Das sind gerade mal 10% der Einwohner. Mehr nicht! Und mehr würden auch nicht kommen wollen. Das kann die Wissenschaft verlässlich vorhersagen.

Haben wir denn so schwache Regeln und Gesetze, dass wir uns vor illegalem Verhalten einer Minderheit fürchten müssten? Bei uns bekommt jeder, was er verdient. Ansonsten gibt es Gerichte und Gewerkschaften, letztlich noch freie politische Wahlen. Unsere System sind doch abgesichert und so stabil, dass auch einige Millionen uns nicht ins Unglück bringen würden. Basta!

Was wäre aus den USA ohne Zuwanderer(Einwanderer) geworden?

Verdammt nochmal! Begreifen denn die Leute nicht, dass da egoistische Zeitgenossen versuchen, uns Angst zu machen. Das sind die wahren Verführer in unseren Demokratien, die eine intrinsische Gefahr sind. Sie wollen ihr Süppchen kochen. Auf unsere Kosten natürlich. Siehe oben.

Die Welt wird komplizierter. Die Angst vor Veränderungen erschreckt die Menschen. Es ist anstrengend, die modernen Anforderungen zu erfüllen. Gewohnte Vorgänge des alltäglichen Ablaufs unserer Geschäftigkeit fallen weg. Wir müssen ständig umlernen. Uns auf neue Gewohnheiten einstellen. Von der Banküberweisung am PC bis zum Verstehen dafür, dass man unter 10 Euro nicht mit der Karte bezahlen kann. Und Parkgebühren mit dem Handy abgelten, ist auch eine Neuerung, die ich erst seit gestern praktiziere.

Man kommt kaum noch mit. Ist es da verwunderlich, dass die Bürger lieber alle Entscheidungen denen da oben überlassen? Mache ich doch einfach mein Kreuz da, wo ich es immer machte. „Ich blicke nicht mehr durch!“ sagen viele alten Leute. Und die Jungen blicken teilnahmslos an ihnen vorbei.

Alles wurde konturenlos beliebig, …was kommt danach?

berndg42; 24. Mai 2019

Veröffentlicht unter Lyrik | 1 Kommentar

Wie wir getäuscht werden


Reuter, SpiegelOnline 9.Mai 2019

Da sieht man dunkle Wolken im Gegenlicht. Sie sollen abschreckend vermitteln, wie schädlich Kohlekraftwerke sind. Dabei wird bewusst vorgetäuscht, dass es sich um den Ausstoß von Verbrennungsgasen handelt. Ist das vielleicht ein Hinweis auf die grenzenlose Unwissenheit und mangelhafte Bildung der Redakteure? Oder wird hier vorsätzlich Wasserdampf mit Rauchgas verwechselt? Glauben die Macher solcher beeindruckenden Bilddokumentationen, dass wir sie als Abbild der Wirklichkeit und den Beweis eines sträflichen Handelns akzeptieren? Man unterstellt uns, dass wir zu doof sind, den Unterschied zu bemerken! Nicht nur eine Frechheit, sondern eine Anmaßung der Verantwortlichen in den Medien. Seit Jahren ärgern mich diese Fakefotos. Der geduldige Leser nimmt sie gelassen hin. Aber Gewöhnung ist eine gefährliche politische Haltung.

Muss denn erst das Anti-Folter-Komitee des Europarats aufdecken und beklagen, dass abgelehnte Asylbewerber auf unmenschliche Art behandelt werden? So ist es im Spiegel Online vom 9. Mai 2019 nachzulesen. Menschen werden gefangen gehalten. Sie müssen „Anstaltskleidung“ tragen. Angeblich, weil sie selbst keine eigenen zum Wechseln haben. Im Flugzeug bewachen mehr als zwei Polizisten einen Flüchtling. Den „Deliquenten“ werden Schmerzen zugefügt, damit sie sich verträglich verhalten. Ist das Quetschen der Genitalien keine Folter? Wo bleibt die Empörung der Öffentlichkeit ? Werden wir nicht rechtzeitig von Journalisten informiert oder ist es denen vielleicht zu banal, um darüber zu berichten? Eigentlich sollte man erwarten, dass die sog. „schweigende Mehrheit“ nicht wie zu Adolfs Zeiten wegsieht. Ist es schon wieder soweit?

Und ich werde auch nicht die Interessenvertreter der Sklavenhalter wählen. Das gerade in der Planung befindliche Einwanderungsgesetz für sog. „Arbeitsmigranten“ ist doch ein Witz und eher exemplarisch für die etablierte Heuchelei. Wer bringt denn das Geld mit, hier eine Tätigkeit zu suchen und ihr für längere Zeit nachzugehen? Meinen die Politiker vielleicht Großkapital-Investoren und Spekulanten? Man findet unter den Befürwortern dieser einseitig auf Profit ausgerichteten Vorschläge leider wieder die überalterten Typen im Parlament. Auch hier wird der Jugend das Wasser abgegraben! Es ist höchst peinlich, wie mit eindeutiger Zielsetzung die gesetzliche Ablehnung von Zuwanderung formuliert wird. Und ich schäme mich vor der Welt für die schäbige Gesinnung der gewählten Volksvertreter. Es muss doch möglich sein, bei aller Sorge über illegale Einwanderung ins Sozialsystem Regeln zu finden, um das Problem fair und menschlich zu lösen. Man muss auch mal das Herz haben, einfache Mitmenschen aufzunehmen. Das Leben ist bunt und Saubermänner in Anzug und Krawatte sind auf Dauer eher langweilig.

Ich bin enttäuscht und befürchte auch eine geringe Wahlbeteiligung zu den anstehenden Europawahlen. Die rechten Kräfte mit ihrem begrenzten Horizont schleichen sich heimlich wieder an die Schaltstellen der Macht. Und alle sehen tatenlos zu. Neben der Dummheit sind die Naivität und die Trägheit der Menschen die größten Gefahren für unsere Existenz.

berndg42; im Mai 2019

Veröffentlicht unter Lyrik | Kommentar hinterlassen

Hallo Politiker!


„Wir sind hier
wir sind laut
weil ihr uns
die Zukunft klaut“

„Wir sind hier
wir sind laut
weil ihr uns
die Zukunft klaut“

„Wir sind hier
wir sind laut
weil ihr uns
die Zukunft klaut“

Seid ihr taub?
Oder habt ihr
den Verstand
einer Eintagsfliege?

berndg42; 20. April 2019

Veröffentlicht unter Lyrik | Kommentar hinterlassen

ICH HABE ANGST!


Da hält Greta Thunberg eine Rede vor den EU-Verantwortlichen. Anschließend machen sich schwachsinnige Typen darüber lustig. Da haben wir endlich einen halbwegs akzeptablen Weg gefunden, die zu uns zugewanderten Flüchtlinge zu versorgen. Ein Land, das nicht arm ist, hat mit einer einmaligen Geste der ganzen Welt gezeigt, wie man im Sinne der Nächstenliebe auch mal etwas abgeben kann. Und dann macht ein Herr Seehofer wieder ein Gesetz, das mich erschreckt. Der ängstliche Bürger soll Befriedigung erfahren, wenn die kriminellen Ausländer abgeschoben werden. Und wer zeigt mit dem Finger auf die Betrüger in Anzug und Krawatte? Aber schlimmer noch, auch diejenigen, bei denen man keinen triftigen Grund für ihre Flucht verwaltungstechnisch ermitteln konnte, werden demnächst auch vor der gewaltsamen Verfrachtung in Gefängnisse gebracht. In welcher Zeit leben wir denn? Geht es uns gut oder so schlecht, dass ich Fremde um jeden Preis abweisen muss? Dass ich lernen muss, die Menschen aus einer anderen Kultur abzulehnen. Dass ich endlich die These von der drohenden Islamisierung Europas akzeptieren soll?

Aus welchen Gründen auch immer, die Handlungen und Meinungen einiger Politiker sind mir einfach verdächtig. Kann man da mit ruhigem Gewissen zusehen?

Mein Herz wird erst dann wieder zufrieden schlagen, wenn diese unchristlichen Zeitgenossen nicht mehr das Sagen haben. Wenn eine Stimmung des Friedens und der Brüderlichkeit meinen Alltag wieder bereichert, nicht Hass und Fremdenfeindlichkeit. Ich liebe alle Menschen, auch diejenigen, die mir gelegentlich in Lederhosen über den Weg laufen. Sollen die alten Herren doch endlich in den Ruhestand gehen und nicht anhaltend die Jugend verunsichern. Die wird noch Probleme genug haben, wenn man nach der verfehlten Klimapolitik die Schuldigen bennen wird. Jenseits von Hass und Gier gibt es eine schönere Welt als unser Medienalltag gegenwärtig abbildet, in dem der Konsum als Religion vorherrschend ist.

Es sind die Konservativen, die den Brexit wollen!

Und diese alten Betonköpfe mit ihrer Ideologie des Verweigerns fortschrittlicher Veränderungen haben schon genug Schaden angerichtet. Überall sitzen die an den Hebeln der Macht. Und auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise haben diese kleinbürgerlichen Egoisten, diese Mitläufer und Wegbereiter des Wiedererstarkens des sog. Völkischen Bewusstseins, ihre menschenverachtende Fratze erschreckend deutlich gezeigt. Wir dürfen ihnen nicht auf den Leim gehen. Denn sie kommen unter dem Mantel des seriösen Bürgers daher und wollen nichts anderes als den Wählern ihre sog. Politische Vernunft verkaufen. Es ist dringend geboten, sie daran zu hindern, alle achtzig Jahre wiederkehrend ihre unheilvolle Weltanschauung zu reaktivieren. Als Kriegskind kann ich mich noch gut an das Elend erinnern, das sie hinterlassen hatten. Mit verkapselten Tuberkuloseherden in der Lunge weiß ich jetzt als alter Mann, dass man das Erwachen dieses Ungeistes unbedingt verhindern muss. Seid bitte alltäglich wachsam und zeigt euren Protest!

Ich habe Angst vor Rassismus und Nationalismus. Mit jedem falschen Versprechen zur Sicherheit und Ordnung verlieren wir demokratische Freiheiten. Ich habe Angst vor der schleichenden Verrohung staatlicher Gewalt. Und ich habe Angst vor der totalen Überwachung in einem inhumanen, repressiven Polizeistaat.

berndg42; 17. April 2019

Veröffentlicht unter Lyrik | 1 Kommentar

Konformität


was erwartet man
von mir?
soll ich geduldig
die aggressive
werbung
des konsumsystems
ertragen
die gier
der banker
ignorieren?

soll ich mich dem
politischen mainstream
oder soll ich
mich der überzeugung
der neonazis
anschließen?

oder soll ich
der kirche
meine unterwerfung
kundtun
und schweigen?
oder soll ich
den sog. nachrichten
oder soll ich
infantil
den aussagen
der macher
glauben?

alles eine frage
der unterwürfigen
haltung
die ich bitteschön
doch im
namen des friedens
und der demokratischen
freiheiten
zeigen sollte

alles nur eine
frage der bildung
oder eine frage
der gewohnheiten?

dass ich nicht
aufmümpfig
meinen frust
oute
alles nur eine frage der
angepassten
aktivitäten
im alltag mit
der gemeinschaft?

oder genügt es ihr
und alllen
bürgern
dass ich
steuern zahle?

genügt mein
jasagen?

genügt es mich zu
verstecken
in der anonymität?
mich fern zu halten
von fanatischen personen
die ein öffentliches amt
haben und beharrlich
strengere gesetze
schmieden ?

von ihren vasallen
die mich vielleicht
ständig überwachen?
die keinem widerspruch
zuhören und
gleich draufschlagen?
mich die macht
eines kranken
rechtsstaates
spüren lassen?

dem ich immer
noch vertraue
dem ich mich unterwerfe
in vielen fragen zustimme
und den ich gelegentlich
wähle
und den ich bejahe
an meiner seite weiß
den ich nicht verachte
aber manche seiner gesellen
die auf den falschen wegen sind

wer gibt mir den
schutz
vor den lügnern?
wer bewahrt mich
vor willkür und hass?
wer garantiert mir
toleranz
und zuversicht
und weist mir den
weg in eine
sichere zukunft?
wer hat eigentlich
noch positive
visionen?

berndg42; 5 April 2019

Veröffentlicht unter Lyrik | Kommentar hinterlassen

texte verstehen


es sind
eigentlich
ja wirklich
eigentlich
nur wörter

sie zu lesen
ist nicht unser
problem
aber sie zu
verstehen
dagegen sehr

und es sind auch
nicht worte
für den gehobenen
verstand
nur einfache
reihungen
von buchstaben
also symbole
der bleibenden
äußerung

man nennt es
kommunikation
wenn man seriös
darüber berichtet

doch das wollen
wir nicht wissen
wir fügen also
die laute
aneinander
und es entsteht
vermeintlich
wirklichkeit

eigentlich
sollten wir dasselbe
meinen
doch es stellt sich
heraus
dass wir sehr
unterschiedliche
bilder im kopf
entwickeln

dennoch verbindet
uns ein lächeln
und dann geschieht
etwas
unverhersehbares
der blick sagt
mehr als worte
na eigentlich
wörter

warum brauchen wir
dann schrift?
manchmal ist es
besser
wörter zu sprechen
ihnen eine unverbindliche
bedeutung zu geben
und dabei etwas
anderes meinen

der rechtsgelehrte
besteht darauf
seinen text zu verstehen
auch wenn er den
nur selbst verantwortet
und wir haben
die folgen zu tragen
ob wir es so gewollt
haben oder nicht

so ist unser soziales
system
dem wir uns blind
anvertrauen

wenn es alle so machen
sind wir als einzelne
vielleicht nicht zu
entdecken
bleiben unberührt
von ängsten

das hilft uns
besser zu träumen
als andere

berndg42; i. April 2019

Veröffentlicht unter Lyrik | Kommentar hinterlassen