Ebbe langt’s!


So fluchen die Hessen. Und so möchte ich auch meinen Unmut kundtun.
Da gibt es Mitbewohner, die meinen, das Land ihres Wirkens gehört ihnen allein auf diesem Planeten. Haben die noch nie was von Globalisierung gehört? Wie kann man denn armen Brüdern und Schwestern, die in einer miesen Region geboren wurden, das Recht absprechen, sich auf einem anderen Platz auf dem Globus ihr Auskommen zu suchen? Ist das menschlich? Oder ist das unmenschlich? Die Antwort möge sich jeder selbst geben. Und hoffentlich wird er nie selbst in diese Notlage geraten.

Und wenn die eigene Meinung so ist, dass diese zugewanderte Menschen abgelehnt werden, dann geht das darauf hinaus, dass der Zeitpunkt des großen Verteilungskampfes gekommen ist. Und wer hat so lange gezögert, bis diese Situation ernst wurde? Haben nicht wir in Europa kräftig dafür gesorgt, dass den Armen in Afrika nichts anderes bleibt, als auszuwandern? Sind wir schuldig oder nicht?

Der einfältige Bürger im Wohlstand wird sich diese Frage sicherlich nicht stellen. Aber was hält er denn eigentlich von der christlichen Botschaft, wenn er sonntäglich die Kirche besucht? Ist er denn wirklich so dumm, so unwissend unschuldig oder stellt er sich nur so? Hier ist ihm anscheinend die Täuschung wichtiger als die Anerkennung der Realität! Und das machen viele heute mit einem scheinbar ruhigen Gewissen.

Nein, sie haben Angst. Schlicht Angst vor Veränderungen. Diese Haltung nennt man konservativ. Und waren es nicht überwiegend die Konservativen mit ihrer Zielsetzung, zuerst für sich selbst zu sorgen, die die Politik über lange Jahre bestimmten? Und sind es nicht die Konservativen, die den Brexit befürworten? Und ist deren Absicht zur Trennung vom Kontinent redlich? Oder will da nicht eine kleine Klicke noch mehr Banker in die Londoner City einbringen, um den Geldfluss der Welt zu kontrollieren? Dabei natürlich scheinbar legal abzocken? Denn Rohstoffe und eine Landwirtschaft, die Überfluss erzeugt, haben die Engländer doch nicht. Das Empire ist ihnen verloren gegangen. Was bleibt denen denn anders übrig, als nach Quellen des Geldes zu suchen? Und das Volk? FJS hatte mal gesagt, dass die Stimme des Volkes die eines Rindvieches ist. Punkt! Das ist die schlichte Wahrheit, wenn es um Existenz oder Geldgier geht.

Ebbe langt‘s mir täglich, wenn ich die verlogenen Absichtserklärungen in den Medien höre. Von Menschenrechten und Befestigung der äußeren Grenzen. Widersprüche in stündlicher Wiederholung werden einfach nicht wahrer in meinem Kopf. Bin ich blöd oder die da draußen? Wer sind die, dass sie mir mit ihrer Macht der medialen Präsens ständig auf die Nerven gehen dürfen? „Danke, dass Sie dabei sind!“ Woher weiß denn der Moderator, dass ich vor der Glotze sitze? Woher kennt der mich denn, dass er mich so persönlich ansprechen darf? Ich kenne ihn eigentlich nicht. Ich sehe nur seine frontalen Gesichtszüge und die Stimme, die ich wiedererkennen würde. Mehr nicht! Zum Donnerwetter, wer sind all diese Figuren, die mir was erzählen wollen? Warum tun die das? Bestimmt nicht, um mir etwas Gutes zu tun. Oder irre ich mich?

Diese professionellen Quatscher werden vergleichsweise hoch bezahlt. Aber ist deren Aktivität es wirklich wert? Geben sie den Zuhörern, der Allgemeinheit, die ja anonym bleibt, wirklich einen Mehrwert zurück, wie es so schön von den BWLs formuliert wird? Oder füllen die nur Programmlücken und sorgen für den immensen Verbrauch elektrischer Energie?

Die Welt spielt auf großer Bühne verrückt. Ist das noch auszuhalten? Mich wundert es nicht, wenn jetzt in der Ukraine ein Schauspieler die Massen begeistert. Er will Verantwortung übernehmen. Das ist sicherlich OK, weil die bisherigen Typen ja eben auch nichts anderes als Schauspiel geliefert haben. Scheinwirklichkeiten verkaufen und dafür die Kleinen Leute bezahlen lassen, das ist das Geschäft, das von den meisten Zeitgenossen ohne Entrüstung geduldet wird. Aber auf die Sozialisten schimpfen. Am besten im Chor und immer lautstark. Nur nicht die Nachteile des hemmungslosen Kapitalismus‘ erwähnen. Alle Jahrzehnte den Crash ertragen. Mit dem Verlust allen Vermögens wieder von vorn beginnen. So könne sich nur Kreaturen mit unreifem Verstand verhalten. Diese bieten keine Garantie für das Überleben unserer Spezies. Aber die Dummen folgen ihnen, leider.
berndg42; 1. April 2019

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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