Na bitte…


nun ist es passiert. Die verstorbenen Wähler(240 000) konnten nicht mehr bei der großen Partei ihr Kreuzchen machen. Die verbleibenden, überalterten Betonköpfe sehen nun nicht mehr mit triumphalen Grinsen auf das Volk herab, dessen Votum FJS einmal die Stimme eines Rindviechs nannte. Leider aber binden sie sich nun an einen Koalitionspartner, dessen Gesinnung nicht viel anders ist. Gegen den Euro und gegen Zuwanderung. Und dann werden auch noch die lautetsten Protagonisten in ihren Ämtern bleiben. Ob das gut geht?

Fast 10 Millionen  waren stimmberechtigt. Das entspricht einem Viertel der gesamten Wählerschaft in Deutschland. Und von diesen 10 Mio sind 72% wählen gegangen. Auf deren Anteil entfielen schließlich die 37% für die Partei. Und so kann man nachrechnen, dass nur ca. 8% aller Wähler in der Bundesrepublik bei uns die maßgebende Politik bestimmen.

Die sog. Schwesterpartei muss den Mund halten. Die anderen politischen Kräfte können ja opponieren. Toll! So zeigt sich Demokratie, die eigentlich von einer Mehrheit in der Bevölkerung gestaltet werden sollte. Wer da kein Unbehagen spürt, muss schon von dieser besonderen Klientel sein, die Bayern als ihre Arena betrachten. Der Rest unseres föderativen Landes soll doch bitte in diese südliche Region schauen und sich ein Beispiel nehmen. Jawoll! Mir san mir. Und wir wissen sowieso alles besser. Der sichtbare Erfolg gibt uns Recht.

Meinungsdiktatur oder Führungsstärke? Oder doch nur das große Spektakel eitler Typen? Bajowaren, die leicht in den Jähzorn zu bringen sind. Die gerne mal eine Wirtshausprügelei veranstalten. Manchmal habe ich das Gefühl, als Norddeutscher unter denen nicht zuhause zu sein.

Und was hat uns nun dieses Wahltheater gebracht? Jedenfalls keine Beruhigung der politischen Stimmung. Ich fürchte immer noch Unsicherheit und wieder aufkommendes Gezänk. Zeit im Umbruch, aber wenig Hoffnung im Blick auf die nahe Zukunft. Dabei gibt es genug wirklich wichtiger Anforderungen, denen man sich stellen sollte. Damit Lösungen sichtbar werden, damit man sich wieder verlässlich orientieren kann. Damit man planen kann. Sich Ziele setzen und vielleicht auch mal wieder sparen kann. Und endlich mal wieder Ruhe hat vor den Eskapaden aufgebrachter Unruhestifter, die den Laden ständig in Atem halten.

Und die Grünen? Die haben jetzt eine Chance auf Veränderungen. Vielleicht besinnen sie sich auf ein Programm, das uns weiterführt. Ansätze sind erkennbar. Aber es fehlt noch der Drang und die Kraft zur nachhaltigen Durchsetzung. Ein großes Zukunftsbild muss neben den bekannten Forderungen entwickelt werden. Dann könnte es dieser Gruppe gelingen, eine Volkspartei zu werden. Junge Mitglieder sind ein guter Rückhalt. Sie garantieren Dynamik. Fehlt noch das langfristige Vertrauen, dann könnte daraus was werden.

Und so bleiben immer noch die Leute, die in einer unsäglichen Vergangenheit leben, noch eine Minderheit, die wir aber nicht ignorieren dürfen. Leider sind dort auch junge Menschen mit Glatzköpfen und Springerstiefeln. Menschenskind, moderne Rockertypen, die lieber gröhlen als auf der Harley Gas zu geben. Gewaltbereite Horden, die man ertragen muss.

Wohin führt uns der Weg in den kommenden fünf Jahren? Ich weiß es nicht, hoffe aber auf Kompromisse und die Rückbesinnung auf das Machbare, auf Menschlichkeit und Nächstenliebe.

berndg42; 15. Oktober 2018

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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