Vom Ungeist des Tages


„Es gibt wichtige Fragen und emotionale Fragen. Was die wichtigen Fragen sind, bestimmen wir. Die emotionalen überlassen wir den anderen. Punkt!“

So zu Beginn einer Bundespressekonferenz.

Mein Demokratieverständnis sieht anders aus. Aber dem Bürger möglichst ein umfassendes, breites Angebot zu machen, ist offenbar wichtiger als die schlichte Entschädigung wegen des Betrugs und seiner Folgen. Ich habe dabei ein ungutes Gefühl. Für mich ist das der Weg der professionellen Verar…ng. Aber das passt in die Zeitsrömung. Denn offenbar hat sogar die Globalisierung dazu geführt, dass die Wertvorstellungen von Ethik und Moral immer mehr schwinden. Und so passt sich auch die Denke und Sprache an.

Da zimmert man an einem Gesetz zur Einwanderung. Wenn ich die Bedingungen höre, wird nach meiner Einschätzung wohl kaum jemand in unser Land kommen. Und den Spurwechsel wie auch eine Stichtagsregelung lehnt man ab. Toll! Und so kommen fast alle gegenwärtig im Land lebenden Asylantragssteller und Geduldete ganz sicher in die Situation der Zurückweisung, der Abschiebung. Gratulation an die im Süden regierende Partei. Möchte sie ja nur signalisieren, dass sie dem vermuteten Wunsch ihrer Wähler nachkommen will. Hoffentlich entscheiden sich möglichst viele für eine andere Politik, denn dann würde der sog. Volkswille dafür sorgen, dass sich die Meinungswellen nicht mehr weiter nach rechts ausbreiten.

Es wird höchste Zeit, dem systematischen Treiben gefährlicher Kräfte durch ehrliche Demokraten Einhalt zu gebieten. Wenn man durch Befragen festgestellt hat, dass sich mehr als ein Drittel der Bevölkerung mit rechtsnationalen Gedanken anfreunden könnte, dann muss man doch Angst haben, demnächst die dumpfe Gewalt solcher Zeitgenossen selbst ertragen zu müssen. Schade um unseren guten Ruf in der Welt! Ich mag nicht daran denken, in den nächsten Jahren unter einer Herrschaft des Ungeistes zu leben.

Warum ist es denn so schlimm, wenn noch einige Millionen von Zuwanderern sich auf ganz Europa verteilen würden? Was ist denn wirklich so bedrohlich, dass man alle unmenschlichen Mechanismen in Gang setzt, um ja nur nicht fremde Menschen in unser Sozialsystem zu lassen? Müssen die nicht auch nach kurzer Zeit ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen? Müssen die nicht auch für alle Steuern und Sozialabgaben zahlen? Und geht es dann deshalb den jetzt Wohlhabenden merklich schlechter? Solche vorgebrachten Befürchtungen sind doch unausgereifte Hirngespinste von Leuten, die viel zu kurzsichtig sind.

Europa und gerade Deutschland brauchen dringend junge Menschen, die mit anpacken. Und ob die nun fachlich gut ausgebildet sind oder nicht, im wesentlichen sucht die Wirtschaft händeringend Arbeitskräfte. Und was soll die Forderung nach Qualifikation? Müssen wir doch heute schon alle ständig umlernen, wenn wir einen gut bezahlten Job wollen! Dieser Fakt wird einfach so unter den Teppich gekehrt, aber der Fremdenhass ganz selbstverständlich in den Focus gestellt? Und ausgerechnet die überalterten Politiker mit ihrer Weisheit aus dem Zanzigstenjahrhundert bestimmen den Weg in die Zukunft. Offenbar sind die jüngeren Vertreter der Parteien nicht gerade die besonders geigneten, um die dringenden Interessen einer Generation zu vertreten, die noch Jahre vor sich hat.

Das engere Zusammenrücken der Staaten in Europa sollte vorangetrieben werden. Nur so kommen wir politisch und wirtschaftlich gesichert weiter. Aber da gibt es leider zu viele Gegner. Man sollte sie öfter öffentlich nennen, damit klar wird, wer uns schadet. Wer gegen eine offene Gesellschaft ist und nach seinen Regeln über uns bestimmen will. Der ahnungslose Bürger wird böse erwachen, wenn Kräfte an die Macht kommen, die ihm für lange Zeit einen Lebensstandard zuweisen werden, den er nicht verdient. Vorbei nicht nur mit der Freiheit der Meinung, denn wo der Einzelne sozial hingehört, wird dann von oben bestimmt. Man nennt das Diktatur. Wollen wir das wirklich? Oder träumen wir bloß leichtsinnig vor uns hin? Die Gefahr ist nicht zu übersehen!

Als alter Mann habe ich nichts zu verlieren, könnte mich mit einem Glas Rotwein im Sessel bequem zurücklehen. Aber ich sorge mich um unsere Nachkommen!

berndg42; im Oktober 2018

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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