Ach, wie das jetzt?


Da ist die designierte Ministerin für Digitales noch nicht im Amt, verkündet aber laut die Forderung nach früher Bildung: Alle Grundschüler sollen Programmieren lernen!

Na toll, was ich schon lange selbst als nützlich behaupte. Und nun erhalte ich demnächst vielleicht Rückendeckung aus Berlin? Kaum zu glauben, wie man Meinungen so schnell öffentlich verbreiten kann, wenn man den Apparat hinter sich weiß. Also was fehlt meinem Anliegen für eine Zustimmung und nachhaltiger Unterstützung?

MARKETING!

Die Leute haben sich daran gewöhnt, von oben angesprochen zu werden. Sie hören nicht hin , wenn der Einzelne Kritik äußert und einen Wusch hat. Sie wollen lautstark wach gerüttelt werden, denn sonst dämmern sie im Halbschlaf der Wahrheit hinterher, fühlen sich geborgen auf Merkels Ferienhof. Und Satire hat nur eine kurzzeitige Wirkung.

Nun darf man also hoffen, dass demnächst mehr geschieht in unseren Schulen. Und vielleicht werde ich im hohen Alter doch noch dazu kommen, den Kindern einige Softwarealgorithmen beizubringen. Aber warten wir mal ab, bis man erkennt, dass die Sache viel Geld kosten wird. Und dann setzt sich wieder die übliche Lethargie durch, die wir schon seit Jahren im Bildungssystem pflegen. Denn was soll denn eigentlich die Bildung für die unteren Einkommensschichten? Gibt man den Leuten Geld, dann verplempern sie es für unnütze Dinge. Schade um das Volksvermögen! Da ist es doch besser bei uns aufgehoben, denn wir machen was daraus, oder? Wir sind eine starke Minderheit, die bestimmt, wie die Dinge laufen. Und mit den Medien auf unserer Seite besteht kaum eine Gefahr, dass eine Mehrheit nach politischen Wahlen den Karren anders fahren lassen wird. Mit einem Anteil von 16 Millionen selbstbewussten Wählern im gepflegten Anzug und Krawatte setzen wir uns immer wieder durch. Die Penner in ärmlicher Kleidung sollte man erst gar nicht an die Urnen lassen. Sieht man ihnen doch an, dass sie nichts leisten. Und dann schreien die auch noch nach dem bedingungslosen Grundeinkommen! Absurd. Wer soll das bezahlen? Meinen die wirklich, dass wir uns die Butter vom Brot nehmen lassen, so ganz ohne Gegenwehr? Wir bleiben am längeren Hebel, dafür sorgen wir.

Und so stimmt mich die neue Botschaft eher skeptisch. Meine lange Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein Hoffen auf Gerechtigkeit und Nächstenliebe sich in einem einzigen Leben nicht erfüllen wird. Dazu muss es erst einige Kriege geben, bis die Einsicht kommt, dass ein friedliches Zusammenleben nicht anders möglich ist. Zu meiner Schulzeit waren 3,5 Milliarden Menschen auf dem blauen Planeten, heute sind es mehr als sieben. Und es ist nicht sicher, wie lange das noch gut gehen wird.

Seit über zweitausend Jahren verspricht uns die Christliche Religion ein Paradies im Himmel. Warum nicht auf der Erde? Die Mächtigen haben keine überzeugenden Botschaften. Die Arroganz der egoistischen Vernunft ist eine soziale Fehlhaltung. Es ist fünf vor zwölf. Höchste Zeit, die Verhältnisse zum Besseren zu verändern, die Welt menschlicher zu machen!

berndg42; 6. März 2018

Werbeanzeigen

Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
Dieser Beitrag wurde unter Lyrik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s