Dunkle Wolken


Die Welt ist bunt, aber am Horizont sehe ich dunkle Wolken. Da wird verhandelt. Unverständliche Beteuerungen der Erfolge auf allen Seiten. Was sollen wir glauben? Und irgendwie verliere ich nicht das Gefühl, wie immer nur beschwichtigt zu werden. Über den Tisch gezogen, wenn ich meine eigenen Vorstellungen überdenke. Sie bleiben unerfüllt.

Wir sollten uns bewusst sein, dass reale Gefahren drohen. Was wäre, wenn die gelbe und die rechte Partei mit den Schwarzen eine Koalition bildet? Die Frage ist nicht unberechtigt. Die Zahlen würden nach Neuwahlen für eine Mehrheit ganz sicher reichen. Und die Ziele dieser politischen Gruppen liegen nicht so weit auseinander. Für mich ergäbe sich die Konsequenz, das Land zu verlassen. Mit unchristlichen Leuten an der Macht möchte ich nicht leben! Mir reicht die Erkenntnis, dass der Katholizismus nicht die Gewähr für eine stabile Sozialisation der Gesellschaft bietet. Und unter diesem Mangel bin ich aufgewachsen. Immer mit der Heuchelei vor Augen, die vom gehorsamen Wahlvolk unbewusst verdrängt oder überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Und ich muss auch leider feststellen, dass der Ungeist der Nationalsozialisten offenbar alle 70 Jahre wieder erwacht.

Es gibt inzwischen einige Bewegungen, die sich für die Rettung der Demokratie einsetzen. Ich unterschreibe jede Petition, die dem Mainstream widerspricht. Aber nicht allein deshalb, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass wir eine Veränderung des Zusammenlebens dringend brauchen. Es gibt eine nicht geäußerte Sehnsucht nach einer friedlichen und gerechten Gemeinschaft. Die muss doch möglich sein, wenn genügend Geld da ist. Und das hat unser Staat. Kann jeder immer wieder von den Mächtigen selbst hören. Warum fragen wir nicht aufdringlicher nach der vernünftigen und gerechten Verwendung, die uns allen helfen könnte?

Ist denn der Egoismus des Einzelnen der Gott unserer Zeit, den wir dulden? Da verliert unser Land Arbeitsplätze, weil ein großes Unternehmen auf einem anderen Kontinent die Produktionsstätten neu aufbaut. Nur deshalb, weil dort die Steuern gesenkt wurden. Und gleichzeitig wird der Zuzug junger Menschen mit allen politischen Mitteln verhindert. Liebe Jugend, wer wird die Renten eurer Eltern erwirtschaften? Bezahlt man denn die Politiker nicht gut genug, weil sie sich zu den dringenden Fragen der Zukunft offensichtlich keine Gedanken machen und ihre Klugheit nur dem vermeintlichen Wählerwillen unterwerfen? Sind denn die wahren Intelligenzen nur in der Wirtschaft und Industrie zuhause? Ich denke, dass hier falsche Vorstellungen die Leute beschäftigen. Es kommt darauf an, sich kritisch mit den Vorgängen des Alltags zu beschäftigen, sich ein selbst Bild zu machen. Obwohl das bei der zunehmenden Digitalisierung und Globalisierung für den Einzelnen immer schwerer wird. Der Ruf nach Transparenz in allen Lebensbereichen kommt nicht von ungefähr. Als alter Mann bin ich aber davon überzeugt, dass es eine Mehrheit der Wachsamen gibt. Solange man sich an die Zeiten des großen Diktators erinnert, wird es Widerspruch gegen eine neue Apokalypse geben. Wer will den schon in einem Staat leben, in dem der Mensch nur einem herrschenden Vorbild huldigen soll. Der neuen Leitkultur, wie sie von manchen Prominenten bereits zusammengebastelt wird. Unter einer herrschenden Klasse den Alltag zu leben, ist nicht meine Vorstellung. Die Welt in Arm und Reich aufzuteilen und mit allen Mittel der Macht diesen Zustand zu stabilisieren, muss man verhindern. Leider zeigen alle Zeichen darauf hin, dass sich die Klasse der wohlhabenden Bürger gegen die Bedrohung ihrer Ansprüche wehrt. Man muss befürchten, dass der große Krach nicht ausbleiben wird. Hoffentlich gelingt es den wahrhaft Vernünftigen, den zu verhindern.

berndg42; 30. Januar 2018

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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