Unerträglich!


Die CSU – es fällt mir schwer in der Abkürzung das C zu schreiben! – argumentiert, dass Deutschland eine bürgerliche Mehrheit hat. Was verstehen diese Genossen unter bürgerlich? Was meinen die wirklich?

Meinen sie vielleicht, dass die Mehrheit die Ablehnung von Fremden als etwas Notwendiges empfindet? Meinen sie vielleicht, dass man unbedingt eine Leitkultur braucht, um sich von geflüchteten Zuwanderern abzugrenzen? Meinen sie vielleicht, dass wir uns hüten sollten, diese „Wirtschaftsflüchtlinge“ von unserem Brot essen zu lassen? Meinen sie vielleicht, dass die Zugewanderten uns die prekär bezahlten Arbeitsstellen wegnehmen? Meinen sie vielleicht, dass wir unter den Messern der patriarchalisch eingestellten Männer keine Chance mehr haben werden unsere Frauen vor ihnen zu schützen? Meinen sie vielleicht, das diese Minderheit von weniger als 0,5% der Bevölkerung eine Islamisierung durchsetzen könnte? Und meinen sie vielleicht, dass sie allein die Garanten sind, die uns vor einem ungewissen Schicksal bewahren könnten, eines Tages mit der Sharia in Konflikt zu kommen? Meinen sie vielleicht, dass man auf der Welle der nationalen Besinnung und des Stolzes auf das Erreichte erfolgreich mit dieser populistischen Volksverängstigung Wahlstimmen zugewinnen kann? Meinen sie vielleicht, dass die Menschen, die oft ein schweres Schicksal haben, nicht von unserem teuer verdienten Geld leben sollen?

Man nennt so eine Haltung Egoismus! Manche sprechen auch von Geiz. Und diejenigen, die diese Überzeugungen vertreten, sind nicht die Ärmsten im Land!

Was treibt eigentlich diese Genossen an? Diese sich als Ureinwohner des Voralpenlandes verstehende Gemeinschaft einer begrenzten Weltsicht, die schon an der Donau die Grenze zu Nachbarn definiert, die man nicht im Land haben möchte. Und mit denen man schon immer gewisse Streitigkeiten hatte, z.B. diese verdächtigen Franken. Wer nicht die Mentalität der Bajuwaren auf dem Land hat, gehört nicht in dieses Region der Republik! So ist das Selbstverständnis zu verstehen, das diese Genossen gern verbreiten. Und deshalb würden sie auch keine Stimmenmehrheit in der Republik erfahren, wenn sie sich über das ganze Deutschland anbieten würden. Ihr Anteil an Zustimmung wäre im Vergleich zu anderen politischen Parteien marginal.

Es gibt viele gute deutsche Mitbürger, die nicht für sich in Anspruch nehmen, die Vernunft erfunden zu haben. Die nicht ihren Untertanen vorschreiben, wie ihre Zukunft hinter befestigten Grenzen sein soll. Die sich nicht auf das Christliche in ihrem Handeln berufen, aber doch viel menschenfreundlicher sind. Die nicht meinen, ihr Bundesland sei der Nabel der Welt!

Ohne die großen Unternehmen einer Schlüsselindustrie wäre Bayern vielleicht auf die Zuzahlung der anderen Fünfzehn angewiesen. Könnten diese überheblichen Vordenker nicht mit dicker Brust verkünden, dass es ihrem Wirken zu verdanken ist, zu den reicheren Geberländern zu gehören. Ihre Wahlstimmen erhalten sie von der Landbevölkerung. In den Großstädten leben bayrische Mitbürger, die anders denken. Die in engen Horizonten agierenden politischen Hinterwäldner mögen ja im eigenen Regierungsbereich anerkannte Vertreter einer von ihnen überzeugten Mehrheit sein, was man tolerieren kann, wenn sich ihre Anhänger unter ihnen wohlfühlen. Sie sind aber keineswegs ein Vorbild für die ganze Republik. Und deshalb schon sollten wir stets kritisch ihr Handeln prüfen und uns von ihnen nicht um jeden Preis diktieren lassen, wie wir zu denken haben. Deutschland ist größer als das Bundesland Bayern! Das sollte uns bewusst sein, wenn wir eine Regierung in Berlin bilden wollen. Und sie können ja ihre Ansichten ständig wiederholen, die Mehrheit der Bundesbürger aber ist weit außerhalb von Bayern. Und das sollte auch so bleiben!

Ich kann mit Menschen dieser Weltanschauung nicht zusammen leben. Sie passen nicht in eine weltoffene, moderne Gesellschaft. Und ich werde ihnen aus dem Weg gehen, soweit mir das möglich sein wird. Das sagt euch ein innerdeutscher Immigrant in Hessen.

berndg42; 5. Januar 2018

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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