Warum es so nicht weitergehen sollte


Der soziale Zusammenhalt steht auf dem Spiel. Politische Spekulanten stehen für eine radikale Umwälzung bereit. Die Demokratie ist in Gefahr. In einer scheinbar ausweglosen Situation sind die Etablierten ratlos.

Das sind die Befürchtungen der Gegenwart. Und alle machen sich Sorgen um die Zukunft unserer Nachfahren. Jedenfalls bestreitet das niemand öffentlich. Doch man darf Zweifel haben. Nicht alle reden ehrlich. Es zeigt sich immer deutlicher, dass eine konservative Gruppe in unserer Bevölkerung eine Politik betrieben hat, die nicht bewusst das Ziel verfolgt, das den sozialen Zusammenhalt primär im Sinne hat. Eine verbreitete Religion ist auch dafür verantwortlich. In dieser Hinsicht ist der Katholizismus schlimmer als der Islam. Man kann das durchaus in den Schriften nachweisen. Der katholische Gläubige versteht das Dasein auf Erden als Durchgangsstation, in dem man sich bewähren soll. Bewähren für den Aufstieg in den Himmel. Die Lehre hat nicht ein einziges Moment für eine soziale Gerechtigkeit, für eine Beständigkeit des gesellschaftlichen Zusammenhaltens. Der Einzelne ist für sein persönliches Seelenheil verantwortlich. Dieses ehrgeizige Bestreben hat Vorrang vor allen anderen Beweggründen, miteinander auszukommen. Die katholische Soziallehre versucht den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit mit komplizierten Erklärungen zu verdecken.

Also ist es eigentlich ein egoistisch verfolgtes Ziel, das eigene Heil zu erreichen. Der Mensch ist grundsätzlich schwach und sündig. Und dieser Mangel ist offenbar von Gott so gewollt. Erst da oben werden wir in Frieden leben können, wird immer wieder vermittelt. Und die Religion macht es Gläubigen nicht zu schwer, den Regeln für ein gesichertes Nachleben zu folgen. Wochentags darf er sündigen, darf er andere über den Tisch ziehen und alle Tricks des modernen Lebens nutzen. Am Sonntag wird ihm vergeben. Durch die Beichte erhält er die Absolution. Und? Er darf fortlaufend so weitermachen und kann trotzdem sicher sein, ein guter Christ zu sein. Eine Mitverantwortung wird ihm bei diesem Mechanismus nicht abverlangt.

Ich will hier nicht wieder den alten Kampf um den richtigen Glauben entzünden. Jedoch sollte man doch über gewisse Mängel schreiben dürfen. Und natürlich lassen sich ähnliche Schwachpunkte auch bei anderen Vorstellungen vom Sinn des Seins nachweisen.

Es ist deshalb so schwierig, einen Ausblick auf eine nachhaltig gesicherte Zukunft zu wagen, weil uns scheinbar die Ideen fehlen. Aber die braucht es eigentlich nicht. Die christliche Gemeinschaft hat eine Botschaft des Heilands gemeinsam, nämlich die Kraft der Nächstenliebe. Und die ist zunächst vor allem anderen Nachsinnen die wichtigste Offenbarung. Wir müssen die Nächstenliebe wieder entdecken und üben. Nur sie hat die Macht, der Gier und dem heuchlerischen Treiben aller Egoisten auf dieser Welt einen Einhalt zu gebieten. Wer NEIN sagt, kann sich durchsetzen. Und wer JA sagt zur Nächstenliebe und Brüderlichkeit, kann erfolgreich sein. Er kann dazu beitragen, dass die Welt wieder besser wird, dass wir nicht wie die Lemminge in den Abgrund stürzen. Nur die Idee der sozialen Gemeinschaft, die jenseits von Herrschaftsansprüchen und Beschränkungen gelebt wird, gibt uns eine Gewähr für Geborgenheit und Sicherheit auf diesem Planeten.

Der liberale Geist, der eine uneingeschränkte Verfügbarkeit über die Natur und die Mitmenschen möchte, passt nicht mehr in die Moderne. Er war lange Zeit die Triebfeder für ein Anspruchsverhalten, das auf die Macht des Durchsetzens mit Geld und angeblich ererbter Befähigung setzte. Der Besitz und die herrschaftliche Herkunft(Adel) waren die äußeren Zeichen zur Berechtigung der Trennung von den Massen. Die Teilung der gesellschaftlichen Gruppen war das grundlegende Prinzip, gestützt auch durch staatliche Gewalt. Ich brauche darauf nicht länger einzugehen.

In einer globalisierten Welt hat aber immer noch der Einfluss von militärischer Dominanz seine Wirkungen. Die Drohung mit der atomaren Verteidigungs-bereitschaft hält die Menschenverächter in Schach. Nicht allein deshalb versuchen aufsteigende Länder die Bombe zu besitzen. Sie ist der Ausdruck von Macht und Unabhängigkeit, also die Gewähr, von anderen Völkern nicht angegriffen zu werden. Ein wackeliger Frieden, der nicht auf Dauer angelegt sein kann. Bewirkt ein einziger Flügelschlag eines Schmetterlings die Veränderung des Wetters, so werden mit rechnerischer Gewissheit kleinere Spannungen irgendwann zum Weltkrieg führen. Diese Bedrohung ist uns bewusst. Und wir spüren auch die Ohnmacht, weil wir noch kein Rezept dagegen gefunden haben. Die Aufrüstung zwingt uns aber immer dringlicher, Lösungen zu entwickeln.

Allein die prekäre Lage des eigenen Landes sollte uns nachdenklich machen. Zur Zeit haben wir überhaupt keine militärischen Mittel, uns bei einem Überfall aus dem Osten wirksam zur Wehr zu setzen. Es fehlt uns ein eigenenes Raketenabwehrschild. Und unsere Regierung war bisher nicht bereit, auch nur einen einzigen Euro dafür auszugeben. Die Panzer, die jetzt gekauft werden sollen, werden demnächst wieder weitergegeben. Sie würden auch nicht wirklich im Einsatz zur Verteidigung des Baltikums helfen. Der Feind hätte zigmal mehr aufzubieten und kann sich über naive Strategien nur amüsieren. Unsere Natopanzer würden dumm in der Landschaft rumstehen, während unsere großen Städte thermonuklear eingescholzen werden. Aber allein eine EMP_Bombe würde ausreichen, unsere Verteidigung lahmzulegen. Nach dem Grundgesetz ist die Bundewehr eine Verteidigungsarmee. Wir hätten für die Entwicklung eines modernen Abwehrsystems die notwendigen Mittel. Wir haben gute Ingenieure bei den einschlägigen Rüstungsunternehmen und unserer Elektronikindustrie. Und nicht zuletzt haben wir ein eigenes Satellitensystem und wären auf Trump usw. nicht angewiesen. Und es ist ja bekannt, dass selbst die verbesserten Patriotraketen nicht wendig genug sind, die russischen Raketen vom Typ SS26 abzufangen. Die fliegen am Ende mit Überschallgeschwindigkeit und eine Querbeschleunigung von bis zu 36 G(Wikipedia!) ermöglicht es ihnen, jeder bekannten Abfangrakete auszuweichen. Man kann nur beten, dass ein Putin seine Scharfmacher noch für längere Zeit beschwichtigen kann. Das Rezept in Berlin erinnert mich jedenfalls an den Vogel Strauß.

Wie aber könnte es besser werden? Eine Antwort auf diese Frage ist gegenwärtig nicht mit Gold zu bezahlen. Alle müssen mitmachen! Und an dieser Forderung scheiterten bereits die Jamaikasondierungen. Und da sind ja noch neben den Poltikern die Medien. Nutzloses Gequatsche und Wiederkäuen von inhaltslosen Phrasen bringen nicht die nötige Aufklärung ins Volk.

Überhaupt meine ich, dass in einer technisierten Gesellschaft mehr Ingenieure in der Politik und im öffentlichen Leben mitwirken sollten. Man spürt die Inkompetenz der Macher da ganz oben. Sie reden über Anforderungen der Zukunft wie über Tagesereignisse. Oft ohne den notwendigen Sachverstand, mit dem sie ihre Entscheidungen auch langfristig einschätzen könnten. Nur so ist der Skandal zu verstehen, dass der Ausbau einer notwendigen Infrastruktur für die Energieversorgung von Nord nach Süd gestoppt wurde. Es wurde zwanghaft eine Lösung bevorzugt, die den Anbau von riesigen Mengen von Maispflanzen erfordert. Diese benötigen selbstverständlich das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. So ist es auch zu verstehen, dass ein Minister dieser Interessengruppe in Brüssel den Alleingang wagte. Wir haben es einem wahltaktischen Kalkül zu verdanken, dass in Bayern keine Überlandleitungen gebaut werden. Dabei hat Siemens schon längst nachgewiesen, dass die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung(HGÜ) wunderbar funktioniert. In China haben sie das mit einer 800 km langen Überlandleitung gezeigt. Und auch von Nord- und Ostsee wird das mit Kabeln gemacht, die im Wasser liegen. Schon vor Jahrzehnten hat die Deutsche Bundespost unterirdisch verlegte Telefonkabel Pflegestationen, die im Abstand von einigen Kilometern waren, in Betrieb gehalten. Das Argument, dass diese Technik auch bei in die Erde verlegten HGÜ-Kabeln zu teuer wird, kann doch nur als Ausrede gewertet werden. Man ist schlichtweg unwillig, ein sicheres Versorgungsnetz zu installieren, das für Wirtschaft und Industrie nunmal erforderlich ist. Man schiebt ohne Weitsicht über die Folgen die Entscheidungen vor sich her. Das Geld wäre auch hierfür vorhanden. Allein der Einfluss einer starken Lobby verhindert vernünftige technische Lösungen. Es ist beschämend, dass sich ein reiches Land wie Deutschland, so eine dilettantische Politik erlauben kann. Das Aushängeschild für „Made in Germany“ wird so langsam verblassen. Die Dekadenz der Vordenker und Entscheider wird immer unerträglicher.

Gut, ich lasse hier meinen Frust ab. Schimpfe über dies und jenes. Allein die Lösungen für eine umfassende Veränderung bleibe auch ich schuldig. Dennoch möchte ich auf das Verhalten des Einzelnen zurückkommen. Und tatsächlich glaube ich an die Fähigkeit der Mitmenschen, zukünftig fairer miteinander umzugehen. Und tatsächlich kann ich das Gebot zur Nächstenliebe nicht verdrängen. Es wird mir immer bewusster, dass hier die Mission liegt, die wir alle verantwortlich üben sollten. Zu jeder Zeit und zu jeder Gelegenheit darauf zu verweisen und durchzusetzen. Mit der Kraft der Aufklärung nachhaltig auf den Nächsten einzuwirken, sich im Sinne der Brüderlichkeit zu verhalten. Ihn zur Nächstenliebe anzuhalten, sie als dringliches Gebot der Gegenwart zu verstehen lernen.

Das Wesen der Liebe, der Nächstenliebe, verbirgt keine Unaufrichtigkeit, verdeckt keine Wünsche, die verborgen bleiben wollen. Das Wesen der Liebe führt zur Transparenz, zum ehrlichen Umgang miteinander. Und letztlich führt die Nächstenliebe zur Gerechtigkeit. Zum Zusammenhalten und nicht zur Trennung von gesellschaftlichen Gruppen. Es mag ein frommer Wunsch sein, an diese Vernunft der Menschen zu glauben, jedoch für mich gibt es keine andere Wahrheit. Wenn wir in den letzten Minuten den drohenden Zusammenbruch verhindern wollen, bleibt uns keine andere Option, als die aufrichtige Zuwendung zum Mitmenschen. Das gilt ebenso für alle Völker des Planeten. Und diese Wahrheit muss verstanden werden. Gehen wir doch morgen schon mit gutem Beispiel voran. Ich reiche allen Menschen die Hand und sehe ihnen in die Augen. Geben ist seeliger denn nehmen! Ich bin nicht religiös, denn ich bezahle keine Kirchensteuer. Aber für mich gilt fürderhin das Wort von Jesus: „Was ihr einem meiner Geringsten antut, das habt ihr mir getan!“
berndg42; im Dezember 2017

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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