Mein täglicher Frust


Tja, da hat man die Subventionierung rutergefahren und die regenerierbare Energie vom jährlichen Zuwachs 7,5 GW in 2015 auf 1,5 GW in 2016 schrumpfen lassen. Toll, dabei noch 80 000 Arbeitsplätze geopfert. Und das alles war kaum in den Medien wahrzunehmen. Da hört ein mächtiger Mann auf seine Großbauern, die keine Überlandleitungen über ihrem Acker wollen. Ein benachbartes Bundesland soll doch bitteschön den Strom auf möglichst kurzem Weg zu ihnen führen. Und als Ausweg fördert er die lokale Energieerzeugung durch Gülle aus Maispflanzen. Toll, überall wächst jetzt das mit Glyphosat gestützte Grünzeug, an das kein Insekt mehr geht. Dabei sind wir ein reiches Land und könnten uns die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik(HGÜ) durchaus leisten. Siemens ist der potente Hersteller und hat bereits in China und anderen Ländern bewiesen, dass es geht. Ja und selbst haben wir diese unterirdischen oder im Wasser liegenden Kabel ja auch in unseren Meeren vom Windmühlenpark zum Festland. Warum spricht darüber kaum jemand?

Ja natürlich, der Wald wächst und niemand berichtet davon im Leitartikel. Ist ja auch nicht von Wert, wenn eine Nachricht keinen Umsatz bringt. Es zählt nur der Gewinn, sonst nichts mehr. Und der Verbrennungsmotor wird noch lange Zeit gebaut werden. Man denkt konservativ und argumentiert mit der Verpflichtung fürs Allgemeinwohl. Ha,ha, zum Lachen ist mir dabei nicht. Sollen sie sich doch streiten über den Nachfolger an der Spitze der bayrischen Partei. Und wenn sie mit ihren Sandkastenspielen so weitermachen, werden sie eines Tages davon überrascht werden, dass sie Chinesich lernen müssen, wenn sie überleben wollen. Was sind das für Leute da in Berlin? Und muss ich mir täglich die Kommentare anhören, die mir den dekadenten Schwachsinn verständlich machen wollen. Alles nur Gelaber, für Geld, für sein hart umkämpftes Einkommen, wenn der Kommentator mal eben Luft holt und sich vielleicht heimlich besinnt, sein Gesabbel zu überdenken. Ich frage mich,warum ich mich freiwillig und unentgeltlich für eine solche Gesellschaft einsetze. Würde ich nicht an die Kinder glauben, wäre ich längst auf einer Schiffsreise in die Karibik. Nur die Liebe zu den jungen Menschen, die noch nicht in diesen lähmenden Kategorien denken, hält mich davon ab.

Da kämpfen grüne Idealisten gegen eine Mehrheit von gut situierten Egoisten, die auf ihre Luxuslimousine nicht verzichten wollen. Da sind die Wirtschaftsliberalen, die den Menschen nur als Produktionsmittel sehen. Die Zuwanderer werden geduldet, solange sie ihr Können ins System einbringen. Die christliche Barmherzigkeit bleibt mal wieder auf der Strecke. „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ So verkommt Demokratie zu einem Schauspiel von unbeweglichen, zänkischen Dilettanten. Ich glaube nicht mehr, dass sie den Leitfaden der Vernunft finden. Bestenfalls endet die Streiterei in einer Politik des phantasielosen Weiterso.

Manchmal träume ich von einem Geschenk des Himmels. Möge er jemanden schicken, der den Menschen sagt, was sie falsch machen. Von selbst kommen die nicht darauf, dessen bin ich mir inzwischen sicher. Alle Hoffnung geht dahin, wenn man sich die Ungeheuerlichkeiten in der Welt vor Augen führt. Die Globalisierung war vielleicht ein Fehler, der so schnell nicht wieder gut zu machen ist. Wären die Menschen in ihren Grenzen geblieben, hätten sie nichts zu streiten. Aber jetzt denkt jeder nur noch an sich. Man weiß überall, dass es knapp wird mit den Rohstoffen, der Nahrung und dem Wasser. Und sie sehen tatenlos zu, wie die Erde unbewohnbarer wird. Steigt die Temperatur, dann gehen wir einfach unter den Boden. Im Keller könnte man leben. Wozu dann noch das Sonnenlicht genießen, wenn es allmählich tödlich wird? Die Menscheit hat schon immer einen Ausweg gefunden. Also was soll dann das ständige Gejammer? Lasst uns doch zunächst an uns selbst denken! Mein Land zuerst! Und kümmern wir uns lieber um den wirtschaftlichen Erfolg und das Wachstum. Denn ohne Wachstum verlieren wir unseren Wohlstand.

Und alle schauen zu, wie die Interpreten eines fragwürdigen Volkswillens die notwendigen Reformen verschlafen. Oder warten wir auf den großen Zyniker, der mit Macht den Stillstand diktiert, die Gutmenschen zum Schweigen bringt, das Land von Zweiflern säubert?

Hallelujah, soag i!

berndg42; im November 2017

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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