Ich mag nichts mehr hören!


Ich will nicht länger hinhören. Nicht mehr Anteil nehmen am Geschwätz der Zeit. Meine Ziele werde ich nicht ändern und auch nicht verleugnen. Sie können da draußen ihr Spiele spielen, wem dabei auch immer ein Gewinn lockt. Meine Gedanken sind auf meine Füße gerichtet. Sie allein gehen voran. Sie bestimmen, wie ich auf meinen Wegen schreite. Und wenn ich mich umsehe, dann graust es mich ob der Primimitivität der öffentlichen Aktionen. Ein Kabarettist sagte einmal: „Politik ist der Versuch von Politikern Probleme mit dem Volk zu lösen, die dieses nicht hätte, gebe es keine Politiker.“ Und diese Erkenntnis ist nicht ganz so fern von unseren Aktualitäten, die mich zusehends langweilen. Dennoch schreibe ich hier auf, was ich davon halte.

Da sind die Hinterwäldler, die „Waldner“, wie sie in der CSU genannt werden. Diese von der Welt da draußen doch ziemlich abgeschiedenen geradeaus denkenden Menschen, die bis zum Horizont nur Heimat sehen. Die jahrelang als Alleinverdiener für ihre Familien sorgten. Die nun verbliebenen Witwen haben deshalb eine extrem niedrige Rente. Wo war denn die Fürsorge der Partei, für die sie ihr Kreuzchen machten? Wo kann man denn das Soziale erkennen, das sie im Namen trägt? Und ja, es ist den Enttäuschten kaum zu verdenken, wenn sie mit Neid zusehen müssen, dass für die Flüchtlinge viel Geld ausgegeben wird. Nur sind in der Heimat dieser Aussiedlerhöfe kaum mehr Asylanten als in anderen Regionen Deutschlands zu zählen. Es ist die unverantwortliche Irreführungt, die den Frust wieder einmal auf die schwächsten Gruppen der Gesellschaft abschiebt. Und um diesen Zorn zu mindern, wollen die Parteigrößen jetzt sich noch mehr auf die Seite der vermeintlich Benachteiligten stellen und lauthals nach Vertreibung der Fremden rufen. Ist denn damit den Betroffenen Landsleuten in den hinteren Wäldern tatsächlich gedient?

Da sind diejenigen einer Minderheit von ca. 20% unserer Bevölkerung, denen es immer gut ging. Die ihren Wohlstand mit einer Ideologie verteidigen, die man bürgerlich nennt. Sie warnen vor jeder Veränderung, vor jedem Fortschritt, der ihren Besitz und Einfluss gefährden könnte. Warum sich um das Klima kümmern, wenn man doch nichts machen kann? Das Schicksal wird von oben bestimmt, da hat der Mensch sich nicht einzumischen! Sie akzeptieren, dass alle Menschen von Natur aus schlecht sind und glauben nicht wirklich an eine Bereitschaft, ohne Belohnung anderen etwas freiwillig abzugeben oder den gemeinsam erarbeiteten Gewinn gerecht zu teilen. Sie setzen darauf, die Schwäche der Menschen durch Wettberwerb und Eogoismus in freier Selbstverantwortung auszugleichen. Sie verschieben die Verantwortung für unsoziales Verhalten als Problem dem Himmel zu. Er soll am Ende entscheiden, ob der Mensch gut oder böse war. Auf Erden aber heißt es, Grenzen zu setzen. Grenzen, die als Schutz vor dem Zugriff durch unerwünschte Gruppen schützen sollen. Grenzen, die durch angepasste Regeln so gestaltet sind, dass sie mir selbst nicht zum Nachteil werden. Und die Absolution hole ich mir regelmäßig am Wochenende. So ist mir der Himmel näher als der Mitmensch nebenan. Man darf bezweifeln, dass eine solche Einstellung auf lange Sicht den Frieden erhält.

Da sind neben den Idealisten, die man als Spinner verhöhnt, noch die mächtigen Pragmatiker. Die versprechen ständig kurzfristig Verbesserungen, aber nachprüfbar geschieht nichts. Der Kleine Mann zahlt brav seine Steuern, der Wohlhabende nimmt sich einen Steuerberater und nutz dessen Wissen um die Tricks zu seinem Vorteil, zahlt kaum oder überhaupt nichts. Zum Geld kommt das Geld. Und alles ist legal, doch himmelschreiend ungerecht. Aber dieser Zustand trifft nur die Schwachen. Die Starken des Systems, die das Sagen haben, nehmen diesen Frust unberührt zur Kenntnis

Und was ist mit dem Miteinander in Europa? Bisher nur andauernde Beschwichtigungen und kein Mut zur Tat. Warum denn auch, wenn die Geschäfte in Brüssel von den Konservativen bestimmt werden? Mich wundert, dass nicht noch viel deutlicher Korruption im Spiel ist. Eine übertrieben gepflegte Lobby im europäischen Haus ist doch auffällig unnatürlich und steht im Widerspruch zum Ideal des Gedankens an eine Einheit. Die Machtverteilung wurde bewusst so gestaltet, dass sich über viele Jahre nicht verändert. Stillstand ist das Ideal der Konservativen. Bloß keine Veränderungen. Es könnte ja sein, dass im Kampf um die Vorherrschaft eigene Vorteile verloren gehen.

Tragen unsere Politiker wirklich noch eine Verantwortung für das Gemeinwohl, so, wie sie es beschworen haben? Man prüfe bitte täglich, was wirklich die Interessen sind. Der Mangel an Transparenz und der Verfall der Moral gehen Hand in Hand. Journalisten stehen wie alle Akteure im System ständig unter Erfolgszwang. Sie richten ihre Kamera mit vorbedachten Worten auf fragwürdige Wahrheiten. Mit den sog. Nachrichten in den Medien kann man kaum etwas anfangen. Ich kann meinen Alltag nicht danach ausrichten, mich nicht nach richten. Der Informationsgehalt beschränkt sich allzu oft auf Wiederholungen. Was wirklich geschieht, erfahren wir zwanzig Jahre später. So in den USA mit den Aufzeichnungen der Amtszeit eines früheren Präsidenten. Erstaunlich, dass es immer noch Leute gibt, die die Zeitung lesen. Was geht da eigentlich in ihnen vor?

Ich will auf alles keine Amtwort haben. Ich gehe jetzt mit abgewandtem Blick meinen Weg. Die kurze Zeit meiner Existenz auf diesem Planeten ist mir ohnehin zu schade, mich weiterhin mit dem Unsinn unserer Tage zu beschäftigen. Macht doch meinetwegen, was ihr wollt!
berndg42; 29. Oktober 2017

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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