Über die Unzufriedenheit in dieser Zeit


Ist denn Religion wirklich so wichtig, dass wir uns die Köpfe blutig schlagen müssen? Natürlich ist der Glaube an einen himmlischen Schöpfer bei jedem Menschen ein elementares Bedürfnis und nichts, um das wir streiten sollten. Sind nicht die Botschaften für alle Gläubigen fast übereinstimmend gleich? Und warum besinnen wir uns dann nicht auf das Wesentliche in dieser Welt?

Zuerst ist es die praktizierte Nächstenliebe im Zusammenleben, nach der wir alle streben sollten. Wer sie missachtet, versteht uns nicht. Und es muss ihm geholfen werden. Das geht am besten im Gespräch. Keine noch so wichtige Mission ist dringender als je zuvor. Die Menschen daran erinnern, dass es nicht darauf ankommt, die eigenen Interessen ohne die Zustimmung der Anderen durchzusetzen. Nur in der gemeinsamen Anstrengung erreichen wir ein Ziel. Nur im gemeinsamen Bemühen werden wir auf dieser Erde das Lebensglück erfahren. Alle Abweichungen von einem Regelwerk, das die Natur uns vorgibt, wird uns zum Verhängnis werden. Da spielt es keine Rolle, wie der gemeinsame Gott heißt. Mit dem Blick nach oben aufrichtig seinen Weg gehen, das sollte jeder üben und auch den Mitmenschen zeigen, wie man das macht und dass man es macht.

Es fehlen allenthalben die Vorbilder. Es hilft auch nicht, den Zustand nur zu beklagen, man muss es selbst wollen und allen zeigen. Jede Sekunde des Tages ist das mein erster Gedanke. Und ich schlafe nur entspannt mit der Gewissheit es gut gemacht zu haben. „Geben ist seeliger denn Nehmen.“ Diese Erkenntnis ist für mich die wichtigste bei allen Ereignissen im Alltag. Und immer wieder prüfe ich die Handlungen und Versprechen der Führer des Volkes auf diese Wahrheit. Machen Sie es doch auch wie ich. Sie werden sehen, was sich alles noch verbessern ließe, zum Wohle von uns allen. Wir müssen einer solchen Bewegung keinen Namen geben. Und wer möchte, darf mit gutem Grund auch auf die Bibel verweisen. Viel zu wenige Mitmenschen haben darin gelesen. Und selbst nehme ich den Vorwurf ernst, denn ich bin ohne eine Kirche, die sich um mein Seelenheil kümmert. Ich schreibe das alles hier als Jemand, der natürlich empfindet. In der Wildnis gewesene Abenteurer wissen, was ich meine, wenn ich erkläre, dass der Mensch den Menschen braucht. Ohne die Gemeinschaft verkümmern wir und fallen kulturell zurück. Umso wichtiger ist doch die Vision von einem gesellschaftlichen Leben in Verantwortung für den Nächsten. Ohne diese Überzeugungen gibt es keine gesicherte Freiheit und Gerechtigkeit. Gier, Neid, Mißgunst und Vorherrschaft durch Unterdrückung sind negative Eigenschaften, die es gilt zu vermeiden. Eine Aufklärung zum positiven Gestalten unserer Welt sollte sich überall hin verbreiten. Nur wenn dieses Prizip auch global Wirklichkeit wird, sind Kriege vermeidbar.

Unsere heutige Situation des unsicheren Hoffens beruht auf Angst. Angst vor der nuklearen Auseinandersetzung. Sie würde die Vernichtung der Menscheit bedeuten. Weil wir gelernt haben, dass man nicht mit der Gefahr spielt, kommt es bisher nicht zum Einsatz der Bombe. Aber die Vernunft ist kein verlässlicher Freund. Das haben alle die schlimmen Geschehnisse der Vergangenheit gezeigt. Allein die Naturgesetze sind unveränderbar und unabhängig vom Zeitgeist, vom Streit oder Frieden der Menschen. Alle anderen Meinungen und Bewertungen sind wandelbar. Aber das soziale Leben beruht auch auf Naturgesetzen. Und dazu zähle ich die guten Eigenschaften des Menschen. Diese Grundgesetze einer stabilen Gemeinschaft, in der man sich wohlfühlt, sind hinreichend bekannt. Wir müssen sie nur ersnt nehmen und ständig befolgen.

Pädagogen arbeiten an der positiven Bildung junger Menschen. Doch in dieser Ellenbogengesellschaft steht der Auszubildende vor einer Wand vielfacher Enttäuschungen. Kostbare Zeit vergeht, bis er erkennen muss, dass er auf sich allein gestellt ist. Dass er sich gegen andere Mitbewerber in Beruf und Freizeit behaupten muss. Dass er diejenigen zu verachten hat, die nicht dem Verhalten der Masse folgen. Das öffentliche Bewusstsein wird ihm keine Orientierung bieten. Wie denn auch, wenn die Individualisierung zur Voraussetzung eines Systems gehört, die in jedem Augenblick den Wettbewerb als notwendige Triebfeder sieht. Die Höchstleistung wird bewundert und als Zielsetzung für jeden plakatiert. Die „Gäste“ im sportlichen Kampf besiegen, gibt Befriedigung. Nicht die gute Tat füllt die Schlagzeilen der Blätter, es ist der Triumpf über den Gegner, der das Interesse der Leser anspricht. Es ist die Schadenfreude und der hämische Spott, den der Verlierer zu ertragen hat. „Und wie gut, das es mich nicht trifft.“ So beruhigt man frustrierte Mitmenschen, die überall dringend gebraucht werden, um die Volkswirtschaft zu stärken. „Wenn die Wirtschaft läuft, geht es uns gut“. So die Weisheit derjenigen, die das Sagen haben. Sind das denn die richtigen Vorbilder für ein erfülltes Leben? Für ein Leben in Würde, in Frieden und der Freiheit zur Selbstbestimmung? Der Materialismus hat noch nie verhindert, dass die Herzen versteinern. Der Selbstmord ist bei älteren Männern mehr als beim anderen Geschlecht zu beobachten. Den älteren Menschen erwartet nach jahrelangen Beschäftigung in Hektik und Zwang oft eine Leere, die ihn nicht glücklich macht. Erst jetzt werden die Fragen nach dem Sinn allen Tuns bewusster. Und wer gibt ihm Halt und Verständnis? Die karitativen Einrichtungen versuchen ihn aufzufangen, ihm eine Hilfe anzubieten. Allein die Erkenntnis, in einer Welt ohne Zuneigung und Liebe zu sein, ist ein ernüchternder Prozess, den mancher nicht aushält.

Viele Unruhen, die uns gegenwärtig beschäftigen, kommen nicht vordergründig aus aktuellen politischen Veränderungen. Nicht ohne Schwierigkeiten versuchen die Gelehrten zu erklären, woher die Unzufriedenheiten in der Bevölkerung kommen. Ihnen fällt sicherlich erst ganz zuletzt ein, dass es uns an zwischenmenschlicher Liebe fehlt. Aber selbst dann wird man diese Tatsache leugnen und ihr keine besondere Bedeutung zuschreiben. „Denn was soll das Gerede dieser Gutmenschen, wenn wir damit nicht ein einziges SUV mehr in China verkaufen? Also alles Quatsch und weiter so. Es gibt Wichtigeres, auf das wir uns konzentrieren sollten.“ Und wieder einmal kommt der Gedanke an das Wesentliche im Zusammenleben zu kurz. Sie können solche Abwertungen und das Abwehren positiver Visionen täglich beobachten. Schärfen Sie ihre Sinne und beginnen Sie selbstverwirklichend zu denken. Die Individualität überwinden und sich dem Miteinander zuwenden. Das sollten wir üben.

berndg42; 19. Oktober 2017

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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