Was lehrt uns die Geschichte wirklich?


Immer wieder waren es konservative Politiker, die den Wert der Geschichte für ihre Auffassung vom zeitgerechten Leben herausstellten. Der Kanzler Kohl sprach oft von der „Gechichte“, die ihm ein Leitbild vermittelte. Aber was haben diese Persönlichkeiten aus der Geschichte denn nützliches gelernt?

Die wesentliche Erkenntnis ist doch, dass sich alles verändert!

Nur die konservativen Genossen wollen die Zeit anhalten. Ihre versteinerten Hirne akzeptieren Veränderungen nicht. Sie wollen an einem Bild festhalten, in dem sie sich zurechtfinden. Neuerungen sind ihnen zuwider. Zuwanderungen fremder Menschen natürlich ebenso. Die Zäune hoch, die Tore fest geschlossen. Wie oft stellten sich solche Situationen in der Entwicklungsgeschichte der Menscheit immer wieder dar. Das begann bereits mit dem Kral im Urwald. Die Eingeborenen mussten sich gegen fremde Krieger wehren. Ihre Stämme genetisch zu schützen, war ihre Verpflichtung. Obwohl sie von Genetik und Vererbung noch nichts wussten, gingen sie intuitiv diesem Bedürfnis nach, indem sie ihre Weibchen schützten. Und selbstverständlich auch deshalb, weil sie ihre Jagdgründe behalten wollten. Und heute?

Die Bajuwaren verhalten sich schlimmer als die Magyaren.

Was bewegt eine bayrische Partei dazu, alles Neue abzulehnen? Sie verhalten sich eher wie eine machtsüchtige Gruppe, die ihre Vernetzung erhalten will. Sie wollen bestimmen, wie es der Bevölkerung in ihrem Lande geht. Sie wollen an den Hebeln der Macht bleiben, alle wichtigen Positionen besetzen, niemanden mitbestimmen lassen. Reklamieren aber, christlich und sozial zu handeln, eine Union zu sein, die für alle Schichten der Gesellschaft da ist.

Welch radikale Kräfte sie entwickeln können, zeigt sich im Ellenbogenkampf, der gegenwärtig innerhalb ihrer Partei stattfindet. Der Häuptling muss weg! Und wie unverschämt und lauthals sie das in der Öffentlichkeit von sich geben, wie hinterrücks Pläne geschmiedet werden, ist doch eigentlich abstoßend. Und genauso unerträglich wie in einem postkapitalischen Unternehmen, wenn man von heute auf morgen einfach gekündigt wird. Geradezu vorbildhaft zeigen sie unfreiwillig, wie wir ein modernes Miteinander gestalten sollen. Und was bitteschön, ist an diesem Verhalten eigentlich noch christlich und sozial? Wir haben uns leider an diese Widersprüche längst gewöhnt. Akzeptieren die alltäglichen Unwahrheiten und lernen, die Wahrheit zwischen den Zeilen zu lesen.

Schade um die vertane Zeit, die wir für eine fortschrittliche Entwicklung der Staaten Europas dringend brauchen. Da macht ein Nachbar gute Vorschläge, aber bei uns wird gestritten. Gestritten zum Wohle des Volkes? Das Thema legen wir erst einmal zur Seite. Wir haben ja besseres zu tun, den Streit der Partner zu schlichten und eine Regierung zu bilden. Dabei fängt doch alles jetzt erst an, richtig hochzukochen.

Wie lange wird es dauern, bis der Fortschritt wieder auf Fahrt kommt? Zu viele Versäumnisse einer Politik der Beschwichtigung liegen hinter uns. Ich möchte endlich mal wieder auf Straßen ohne Schlaglöcher unterwegs sein. Ich möchte endlich mal eine Anpassung der Lerninhalte an den Schulen sehen. Ich möchte zeitnah wissen, wie sich die Renten entwickeln, ob man sich auf Zusagen wirklich verlassen kann. Ich möchte endlich eine Lösung sehen, wie sich die Schere zwischen Arm und Reich wieder schließen lässt, das von der Mehrheit erarbeitete Vermögen gerecht verteilt wird. Ich möchte endlich erleben, dass die Politiker in Europa sich verbindlich abstimmen, dass der Zusammenhalt enger wird, dass die Finanzen besser geregelt werden, die Subventionen abgebaut und die Zuwanderungsprobleme gelöst werden. Das ständige Gerede von den regulierenden Kräften der Märkte stimmt doch nicht! Märkte haben die Entwicklung von monopolistischen Zuständen zugelassen. Die Gesetze waren nicht klug genug, die Gier und den Egoismus in Grenzen zu halten. Man denke nur an die unnatürliche Macht der Banken, die mit der Angst vor dem Chaos spielen.

Es bleibt viel zu tun! Und wie soll das gehen, wenn sich unsere Führungsgruppen ständig nur um Macht und Einfluss streiten? Man muss doch sehr geduldig bleiben.

berndg42; 28. September 2017

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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