Einen Text schreiben?


Ja, über diesenTag vielleicht. Und dann stellt sich die Frage, ob das überhaupt sinnvoll ist. Sollte man nicht erst geduldig beobachten? Einige Zeit, einige Wochen, einige Monate? Aber wer kann schon abwarten, wie das Urteil sein wird? Und weshalb sollte gerade ich jetzt Zweifel haben? Zweifel an der Richtigkeit, der Wahrheit meiner Einsichten?

Mancher meint, dass es ihm ganz anders ergeht. Er hat Erfolg und schläft zur Nacht beruhigt ein. Ganz ohne Ängste, ganz ohne Bedenken am aufrichtigen Handeln. Gibt es einen objektiven Standpunkt, der es erlaubt, verlässliche Bewertungen unseres Lebens zu konstatieren? Bewertungen sind vielleicht individuell belastet. Sind nicht objektiv im strengen Sinne, weil nur halbe, nur persönliche Betrachtungen. Sind also auch nur individuell zu treffen.

Das Leben ist bunt. Ist es aber auch so, dass wir uns aus den verschiedenen Blickwinkeln heraus wirklich verstehen? Ich bin mir nicht sicher. Gibt es eine allgemeine, verbindlich zu verstehende Wahrheit? Sicher nicht, sagt mir mein skeptischer Verstand. Und sicher nicht, sagt mir eine innere Abwehr, die meine Individualität beschützen möchte. Wir alle sehen eigentlich dieselben Bilder. Zumindest überwiegend. Aber wir bewerten sie unterschiedlich. Ordnen sie ein in unsere Fächer des speziell gebildeten Bewusstseins. Danach richten wir uns, wenn wir reagieren. Wenn uns Fragen gestellt werden, wenn wir Entscheidungen zu treffen haben.

Weltbilder mit Abweichungen von der Norm sind natürlich. Sie sind nicht unvollkommen, wenn sie mit meinen Erfahrungen nicht übereinstimmen. Sie sind einfach anders. Und so sollte es auch sein. Wir leben nun mal in verschiedenen inneren Welten, auch wenn die äußere immer dieselbe ist. Es sind die unterschiedlichen Wahrnehmungen, die zu Verzerrungen der Bilder, der Wirklichkeit führen. Zu Meinungen und Vorurteilen, die man sich selbst bildet und verteidigt. Weg von der Realität, aber nahe am unvollkommenen Weltbild nachprüfbarer Tatsachen.

Dieses zu erkennen, ist ein mühsamer Weg. Mancher wird ihn nie begehen. Andere werden auf ihm straucheln und eine sichere Zuflucht suchen. Wieder andere gehen weiter, um schließlich zu erfahren, dass es kein Ende gibt. Die Unvollkommenheit unserer Wahrnehmungen und die individuelle Einordnung in unser eigenes Bewusstsein von der Realität bleiben fragmentarisch.

Der Weise kennt diesen Zusammenhang und gibt sich nachsichtig. Er spielt wieder unvoreingenommen und in Demut vor dem irdischen Sein mit den Kindern. Begibt sich in deren Unschuld und unverfälschten Hoffnungen auf eine gute Welt. Eine, die sich in der Unendlichkeit verliert. Wir aber erkennen erst sehr viel später die Begrenztheit unseres Verstandes und befolgen feste Regeln, damit wir uns nicht ständig streiten und gegenseitig vernichten. Den Kindern wird die Welt in aller Herrlichkeit geschenkt. Den erwachsenen Menschen beschäftigt die Suche nach dem Zerbechen dieses Glücks. Über das Suchen hinaus ereilt ihn das Ende. Das Schicksal der biologischen Existenz, das eine Vervollkummnung der geistigen Reife verhindert. Danke an den liebenden Gott, der über uns ist. Nur durch ihn erfahren wir Trost in der Hoffnung.

berndg42, am 16. August 2017

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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