Was wird das?


Was auch immer die SPD neu erfindet, es darf nicht so sein, dass man den Schwarzen die Realsierung eher zutraut. Ich zitiere den Philosophen David Precht:

„ Die Taktik der guten Begründung verhindert die Strategie für den Forstchritt.“

Und so könnte es kommen. Die Partei, die den Wechsel will, erfindet nichts Neues. Warum auch, wenn die Kanzlerin weitgehend sozialdemokratisiert ist. Die ewigen Konservativen setzen wieder auf Wahlversprechen, auf ihren inneren Zusammenhalt und auf die Sicherheit. Aber sind das neue Ziele? Neee! Denn die Wahlversprechen wurden auch von denen traditionell noch nie eingehalten. Und was sollen wir mit Steuererleichterungen, wenn es der bestimmenden Mehrheit im Volk so gut geht wie niemals zuvor?

Jedes Milchmädchen(gibt es heute leider nicht mehr) kann rechnen, nur nicht das Wahlvolk. Wenn die Wahlbeteiligung um 60% ist, dann ist die relative Stimmenmehrheit einer Partei von 30% sogleich die absolute Mehrheit von 30 x 60% = 18%! Also kann man behaupten, dass wir alle von etwa 20 % des Wahlvolkes politisch geführt werden. Simmt‘s? Und gerade diese entscheidende Mehrheit der wohlsituierten, älteren Bürger ist bei der letzen Landeswahl in NRW spurstracks in die Wahllokale gegangen, um ihren Besitzstand zu wahren. Nicht die Jungwähler! Das sollte doch zu denken geben, wenn man an die wirtschaftliche Entwicklung denkt, die im Zeichen der Digitalisierung über uns allen wie ein Damoklesschwert hängt. Eine Stabilität des Finazsystems ist nicht zu konstatieren. Die wirtschaftlichen Bedingungen können sich nach dem Brexit und des weltweit fortschreitenden Protektionismus nicht wesentlich verbessern. Wer heute nachdenkt, wird morgen Recht haben.

Aber sind wir denn nachhaltig auf Zukunft getrimmt? Natürlich kaum. Leider, wenn man denn auch den Roten nicht zutraut, mit Geld umzugehen. Bleibt also nur, den Kopf in den Sand zu stecken, Augen zu und auf Merkel vertrauen. Zu hoffen, dass es wie bisher ziellos weitergeht. Ist ja auch bequemer als nachzudenken. Und wer will schon eine Zukunft, die etwas von uns verlangt? Tja, so wird es kommen. Die Roten werden die Wahl verlieren, weil sie nicht mutig genug sind, neue Vorschläge von allgemeinem Interesse zu machen. Die Schwarzen haben leichtes Spiel, weil die Wahlbürger zu bequem geworden sind. Eingelullt von einem Sicherheitsversprechen als Rundumpaket.

Das Renommee, wie ein Fels in der Brandung mit den befreundeten Machern in Europa und der Welt die Dinge souverän abzuwehren, ist das Pfund der Kanzlerin. Ob nun die neue Koalition Rot/Schwarz oder Schwarz/Rot wird, ist dem Wähler offenbar egal. Die Lage bleibt unlösbar mit der bewährten Anpassungspolitik verbunden. Allenfalls kann man befürchten, dass die Gesetze zur Bestärkung der Inneren Sicherheit noch schärfer werden, wenn sich die CSU beteiligt. Der totale Überwachungsstaat wäre dann nicht mehr zu leugnen. Wollen wir das tatsächlich? Wollen wir den immer weiter zunehmenden Abbau der demokratischen Freiheiten zugunsten einer Einigelung mit fragwürdiger Leitkultur?

Wo bleiben die Stimmen der jungen Generation zu diesem Zwiespalt? Ja zugegeben, die Älteren befürworten Polizeimacht und Gefängnisse. Haben sie dadurch doch die scheinbare Gewissheit, für den Rest ihrer Zeit von Gewalt und Wohnungseinbruch verschont zu bleiben. Aber genau das ist die Abkehr von dem Wunsch, in Europa brüderlich zu leben. Es erfordert Toleranz und Verständnis für Andersdenkende, die aus einem anderen Kulturbereich zu uns kommen. Die nicht im Wohlstand aufgewachsen sind. Ist denn die mitbestimmende ältere Generation moralisch berechtigt, sich abzuwenden von solchen Zielen, weil sie sich nicht verpflichtet fühlt? Sie hat nur noch wenige Jahre zu leben und sieht die Dinge aus ihrem beengtem Blickwinkel. Die Jugend aber hat noch die ganze Spanne ihrer Existenz vor sich. Warum bleibt sie so stumm, wie es scheint?

Leute, denkt nach! Auch wenn die Oberen einer überalterten SPD nicht die Garanten für einen Wahlsieg sind, es kommen andere nach. Und die sollten rechtzeitig umschalten. Ihre Ansprüche deutlicher geltend machen. Die Machenschaften der schwarzen Besitzstandswahrer in Bewegung bringen. Ihre Tricks und Kabale aufdecken und öffentlich darstellen. Die wahren Unterschiede der politischen Ziele deutlicher erkären. So, dass auch der Hartz4er sie versteht, auf dessen Stimme die Roten ja setzen.

Über 1,6 Millionen Kinder klagen an! Da gibt es keine glaubwürdige Entschuldigung. Da muss man sich selbst fragen, ob man in der Mitwirkung in einer Regierung was falsch gemacht hat! Da muss man mehr Erhrlichkeit zeigen, auch wenn das vom Gegner als Schwäche herausgestellt wird. Macht doch endlich einmal klar, wo die Unterschiede in der Alltagspolitik sind! Bemüht Euch um eine ehrliche und verständliche Sprache. Überlasst es nicht dem Boulevardjournalismus, die Meinungen zu manipulieren! Zu viele der oberen Kaste bestimmen eure Sorgen und Schwächen zu ihrem egoistischen Vorteil. Das Bruttosozialprodukt muss in naher Zukunft gerecht aufgeteilt werden. Da führt kein Weg drum herum! Da werdet ihr aber auch erfahren, dass sich die Besitzenden Schichten nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Da werdet ihr ohne Kraft ohnmächtig ertragen müssen, was ihr verschlafen habt. Dass ihr die Weichen nicht rechtzeitig umgestellt habt, wenn euch politische Wahlen gleichgültig waren. Wenn ihr eure Stimme nicht einbringt.

Gewiss, ich bin mir bewusst, dass mein Appell hier nur von Wenigen gelesen und kaum auf fruchtbaren Boden fallen wird. Dennoch bleibt es beim Versuch. Ich werde jedenfalls vorbedacht abwägen, für wen ich mich im September entscheiden werde.
berndg42; ik Mai 2017

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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