Was ich noch sagen wollte…


Da ist die Frage nach dem erfüllten Leben. Jeder möchte das, aber nur wenige können erinnern, es gelebt zu haben. Woran liegt das ? Die Antworten sind ein sehr hoher Berg an Weisheiten, den ich nicht beschreiben möchte.

Aber eigentlich sind die Dinge ganz einfach: Lebe so, wie du es dir wünscht, und nicht wie es die anderen von dir wünschen.

Ein Rezept, das ohne Zweifel seine Gültigkeit nicht beweisen muss. Es ist gewiss ichbezogen. Muss es auch sein, denn der Mensch ist nicht weit vom Tier und ist ebenso darauf geprägt, seine Ansprüche im Hinblick auf den Erfolg der Evolution zu erkämpfen. Jawohl, zu erkämpfen. Denn es sind immer noch die egoistischen Gene, die uns steuern. Und nur der Weise erkennt den Mechanismus und was ihn von dem Zwang befreit. Aber hat er deshalb sein Lebensziel verloren? Ich meine nicht!

Nur die Erhebung über das Materielle bringt unseren Geist aus dem Zwang der Zweifel und gefestigten Erkenntnisse. Der Zweifel ist die Mutter der Philosophie. Die Philosophie ist die Mutter allen Wissens. Und der Geist allein vermag zu erkennen, aus was der Kosmos besteht und wie dieser sich gegen eine Erklärung seines Sinns und Seins wehrt.

Die Physik bietet Theorien an. Manche bestehen die Prüfung der Voraussagen und des Nachmessens. Manche sind noch in der Entwicklung. Man hofft auf das Postulat der Weltformel. Dennoch bleibt am Ende ganz bestimmt die Frage offen, warum das Ganze so ist und ob es denn nur so verlässlich erklärt werden kann.

Die Sehnsucht nach einer höheren Macht und Führung ist dem Menschen eigen. Das Tier fragt danach nicht. Wir aber erkennen Zeit und Raum, Vergangenheit und Zukunft. Können vorausschauend planen und unseren Weg des täglichen Daseins verändern. Können uns für den Glauben entscheiden und ihn mit allen Fasern unserer Existenz vertreten. In der Demokratie wird uns die Freiheit der Meinung und der politischen Entscheidung gewährt. Wir dürfen öffentlich aussagen, was uns bewegt. Wir dürfen protestieren und unsere Ansichten vertreten, auch wenn wir nicht die Mehrheit hinter uns haben. Wir haben Gesetze, die das Zusammensein weitgehend regeln und uns vor den Egoismen der anderen schützen. Wir haben Gefängnisse, in die diejenigen kommen, die unser Zusammenleben stören. Wir lernen nach der Reifung aber auch, dass die Gier und die Liebe zwei gegensätzliche menschliche Qualitäten sind. Und dass wir zur Unterscheidung unseren Verstand deshalb immer noch für die Sicherung unserer Existenz einsetzen müssen. Wir sind also immer noch nicht in dem Paradies, in dem wir wie die Kinder spielend glücklich sein könnten. Wir müssen uns aber irgendwann entscheiden, ob wir ein solches Paradies jetzt anstreben oder nur nach dem Tod annehmen wollen.

Der Fortschritt im Kulturellen und im sozialen Zusammenhalt sind die wichtigsten Ziele unserer Zukunft. Wir können nur überleben, wenn wir uns nicht gegenseitig vernichten. Wir haben nur dann eine erstrebenswerte Lebensgemeinschaft, wenn die Liebe nicht stirbt. Wir haben nur dann einen stressfreien Alltag, wenn die materiellen Leistungen gerecht aufgeteilt werden. Wir werden uns nur dann untereinander verstehen, wenn wir ähnliche Ziele haben. Der unterschiedliche Glaube an eine höhere Macht sollte uns nicht trennen. Die Achtung vor dem Leben, der Respekt vor dem anderen und seinen Einsichten sollte uns heilig werden. Intoleranz und Unfreiheit sollten tabu sein.

Nur eine Schwarmintelligenz kann die Menscheit retten. Wir müssen heute alles dafür tun, damit dieses Ziel erreicht wird. Die Globalisierung verlangt diesen Konsens. Er muss zum Grundbedürfnis aller Menschen werden. Jegliche Individualisierung, die dieses Entstehen stört oder verzögert, kann für alle tödlich sein. Über den Egoismus des Einzelnen hinaus müssen die Menschen bereit sein, Opfer zu bringen. Das wird den Wohlhabenden schwer fallen, den Armen aber helfen, sich in die Gemeinschaft ohne Mistrauen einzufügen.

Die Nächstenliebe ist in allen Religionen eine Botschaft für den Frieden auf Erden. Allerdings kommt sie nicht von selbst. Man muss mit ihr aufgewachsen sein. Der Hass, den wir heute fast überall antreffen, ist die Folge einer schlechten Kindheit. Und deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Kinder lieben. Und wenn sie uns alles bedeuten, dann sehen wir auch in den Kindern der anderen einen Schatz, der uns ebenso zuteil sein wird. Denn wenn wir Männer und Frauen durch Bomben töten, glauben wir nicht an die Zukunft ihrer Kinder auf Erden. Glauben wir nur an die unsrigen. Und die sind zu wenig für eine Rechtfertigung des Streitens. Dessen sollte sich jeder Aggressor bewusst sein. Seine Kinder werden als erwachsene Bürger nicht die Liebe der anderen Völker finden, denn sie sind nicht im Licht des Himmels aller Kinder groß geworden. Und so bleibt es Teufelswerk, den großen Krieg zu beginnen.

Mehr Sicherheit vor der Vernichtung durch unsere Dummheit würde die Abrüstung fördern. In jeder Hinsicht, selbst wenn es vordergündig unverständlich erscheint, vermeintliche Schwäche zu zeigen. Die Menschen lernen über Vorbilder. Wir alle sind Nachahmer. Und wenn es unser Verstand nicht schaffen sollte, dann der Herdentrieb, der immer auf das Überleben ausgerichtet ist. Lernen aus der Natur und weniger aus den Algorithmen des Computers. Und noch wenigr aus den Regeln einer entarteten Marktwirtschaft, die nur auf Gier und Entmündigung setzt, um den Profit von wenigen zu steigern.

Ganz falsch ist deshalb die konservative Gesinnung, die von der unveränderbaren Schwäche der Menschen ausgeht und auf Vergebung durch den Himmel setzt, wenn der bedauernswerte Erdenbürger sich sündig verhält. Diese auf Erden bereits starke Bindung an die Macht über den Wolken lässt die Liebe zur Gemeinschaft nur nebenbei und unter der sogenannten christlichen Moral geschehen. Die Gläubigen trachten nach dem Segen, der ihnen nach dem Tod zuteil wird. Ihre Existenz auf Erden soll neben einer zielgerichteten Prüfung nicht das eigentliche Bedürfnis nach einer lebenswerten Gemeinschaft sein. In der Mathematik würde man von einer Ungleichung sprechen, wenn man die Komponenten einer sozialen Existenz als wünschenswertes Resultat betrachtet. Noch krasser gesagt ist der christliche Glaube an das ersehnte Nachleben ein Ersatz für das irdische Dasein. Dieses ist eigentlich eine überflüssige Aktion, wenn das Seelenheil bereits nach der Geburt gesichert sein könnte. Wenn die Kinder in ihrer Unschuld problemlos durchs Himmelstor gehen, weshalb lebe ich dann weiter bis zum Alter und Tod?

Verhalte ich mich dabei nach den Geboten, dann wird sich vielleicht auch für mich der Himmel öffnen. Eine zulässige Spekulation, die aber nicht von allen geübt wird. Besser wäre eine Erziehung zum Sozialen von Kindesbeinen an. Die christliche Nächstenliebe als Grundforderung ist ja immerhin eine Hoffnung, die man teilen kann und verteidigen muss. In jedem Augenblick und vor jedermann.

Nur mit einem gefestigten sozialen Bewusstsein werden wir den Frieden auf Erden haben. Die Globalisierung und die neuen Nachrichtenverbindungen ermöglichen uns einen engeren Kontakt zu allen Völkern. Die weltweite Vernetzung ist ein Hilfsmittel für die Verbreitung einer Überzeugung, die uns vor der Apokalypse retten kann.

Deshalb mein Appell an die Alten: Geht hinaus und sucht nach Möglichkeiten, sich sozial einzubringen. Statt Flugreisen für den günstigen Erwerb von Teppichen auf euch zu nehmen, solltet ihr euch um die Schwachen und Hilfsbedürftigen kümmern. Wenn es die Kraft noch ermöglicht, geht in die Kitas oder Schulen. Dort kann man Hilfe brauchen, wenn sie sinnvoll ist. Betreuung und Bastelstunden mit Kindern machen Freude, halten jung und bereichern das späte Leben ungemein. Verbreitet die Botschaft von der Nächstenliebe. Zeigt auf Missstände und benennt die Übeltäter. Ihr habt den Durchblick und die Erfahrungen eines langen Lebens, könnt sie weitergeben. Kinder hören auf eure Stimme. Und sie sind kritisch und ehrlich in ihrer Sicht der Dinge. Lasst sie teilhaben an dem Schatz eurer Bildung. Eure Geschichten bieten ihnen mehr als noch so gut geschriebene Schulbücher. Bewegt euch und sitzt nicht länger nur zuhaus herum.

berndg42; 12. Mai 2017

Werbeanzeigen

Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
Dieser Beitrag wurde unter Lyrik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s