Gedanken zur Evolution


Die Evolution setzt nicht auf ein langes Leben. Sie wartet auf die Vollendung eines Wesens und der baldigen Fortpflanzung. Der Tod ist eine Nebensache, die keiner besonderen Beachtung bedarf. Der Egoismus der Gene hat Vorrang. Sich dessen bewusst zu werden, ist ein schmerzlicher Prozess. Hat die Evolution denn überhaupt damit gerechnet, dass es ein Wesen geben wird, das dieses Streben nach Perfektion durchschaut? Dass sich dieses Wesen gegen sie wenden kann? Ist die Evolution der chemischen Verbindungen von Kohlenwasserstoffmolekülen überhaupt in der Lage, in die Zukiunft zu blicken? Mit einem Kalkül, das auch die bewusste Veränderung einer selbständig werdenden Lebensform einschließt?

Ich glaube nicht. Denn alle rasant veränderlichen Erkenntnisse zeigen etwas anderes, das darauf verweist, dass letztlich die höchste Vollendung der Gene die Grenzen der zufälligen Gestaltung anhält, der Mensch mit seinen aktuellen Erkenntnissen. Uns ist es gegeben, die Macht der Evolution zu brechen und selbst zu bestimmen, was mit uns geschehen wird. Wir lernen mit der breiten Vielfalt des Wissens täglich ungeheuer viel dazu. Wir werden unseren Nachkommen mit hoher Wahrscheinlichkeit das ewige Leben anbieten können.

Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, einen Gefallen daran zu haben, mehr als 200 Jahre alt zu werden. Vielleicht tötet mich die Langeweile schon sehr viel früher. Aber das nur am Rande. Bleibt also die Spekulation auf ein Leben des ständigen Anhäufens von Wissen, die durchaus berechtigt ist. Was werden wir damit anfangen? Oder stellen sich diese Fragen nicht? Falls wir die Schranken unsereres kosmischen Modells jemals brechen werden, könnten wir in andere Welten eintauchen und neue Probleme lösen. Der Reiz der Wissensgesellschaft aber will sich mir heute nicht erschließen. Bin ich doch zufrieden mit meiner Unwissenheit und dem Glauben an die Transzendenz des Ursächlichen. Für mich endet mein Leben wie ein Konzert von Beethoven. Mit einem Höhepunkt des Triumpfes über die Angst vor dem Ende. Und so sehe ich die Zukunft der Evolution. Sie ist auch nur eine vorübergehende Erscheinung der materiellen Existenz. Sie findet ihren Tod im Zusammenbruch des bekannten Universums, in der Flucht der Galaxien vor der unseren und dem Tod der Sonne als unseren Stern einer Episode im Unbegrenzten.

berndg42; 16. April 2017

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Über berndg42

Jahrgang 1942, "die Wahrheit hat keine Lobby!" Hier noch eine Selbstdarstellung: Lieber Tristan, herzlichen Dank für die Nominierung! Mit so viel Aufmerksamkeit hatte ich beim Eröffnen meines Blogs nie gerechnet. Als ehemaliger Sachbearbeiter im Staatsdienst befasste ich mich jahrelang mit Verwaltungsdeutsch, mutierte dann aber als Pensionär zum Hobbyschreiber. Alles begann mit dem Beitritt zu einem Schreibverein. Doch der Zwang zum monatlichen Abliefern von Texten war mir bald zu anstrengend, wechselte deshalb zur „Lyrikecke.de“. Da poste ich heute noch die hier gespiegelten Beiträge, doch nicht alle. Und bei WordPress hat man die Möglichkeit, auch nachträglich beliebig oft Korrekturen zu machen. Ich bin also ganz Herr meines Blogs und bestimme selbst, was ich verantworten kann. Kommentare sind mir lieb, Bewertungen von Beiträgen anderer Blogger aber fallen mir nicht leicht. Denn um gerecht zu sein, muss man sich tief einarbeiten. Und dazu fehlt mir die Zeit, weil ich noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt bin. Große Freude habe ich mit Grundschülern der Jahrgansstufe vier. Sie lernen bei mir, wie Technik unseren Alltag bestimmt und welche Bedeutung das naturwissenschaftliche Wissen und seine Anwendungen für unsere Zukunft haben. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website: http:quietscheradio.de kann man sich über meine Aktivitäten informieren. Die Lehrkräfte in Grundschulen sollten mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren! Die politischen Institutionen kümmern sich nicht genug um die Anforderungen unserer Zeit. Sie reagieren eher träge auf notwendige Anpassungen und konzentrieren sich vorwiegend auf die Erfüllung aktueller Wünsche der Bürger in konservativer Weise, leider ohne kreative Weitsicht in ihren Entscheidungen. G8 oder Bologna-Reformen bieten Stoff für Schlagzeilen, aber helfen nicht wirklich Schülern und Studierenden. Sie sind Themen für die spekulative Sammlung von Wählerstimmen, oft nicht mehr als Stimmungsmache. Die Wirtschaft schielt nach Nachwuchs aus dem Ausland. Manchmal frage ich mich, ob wir denn wirklich alle so blöd sind, weil wir uns solche Unfähigkeiten der Verantwortlichen gefallen lassen. Gegen den unerträglichen Egoismus, den man heute überall erkennen kann, hilft nur, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Dazu habe ich mich im Alter entschlossen. Und es tut gut, Sinnvolles zu tun. Vielleicht finden sich ja Mitmacher. Deshalb hier mein Weckruf für mehr soziales Verhalten und freiwillige, unentgeltliche Leistungen. Herzlichen Gruß und viel Erfolg mit Deinem Blog; Bernd
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